Zucht von vier Hunderassen ist ab März verboten / 2300 registrierte Vierbeiner im Stadtgebiet

Wann ist ein Hund ein „Kampfhund“?

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Im Gardelegener Stadtgebiet sind derzeit 2300 Hunde offiziell registriert. Damit hat laut Statistik jeder zehnte Einwohner einen Wauwau. Ab März gilt allerdings ein Zuchtverbot für bestimmte, vom Land als gefährlich eingestufte Hunderassen.

Gardelegen. Die Arbeit mit Hunden nimmt einen erheblichen Teil der Arbeitszeit im Gardelegener Ordnungsamt ein. Das sagt Amtsleiterin Birgit Matthies.

Was auch damit zusammenhängt, dass bisher per Gesetz jeder Hund, der gebissen hat, als „gefährlich“ eingestuft werden muss. Mit weitreichenden Konsequenzen für den jeweiligen Hundebesitzer, der nicht nur Besuch vom Amt bekommt, sondern oft auch mit seinem Hund einen Wesenstest absolvieren muss –mit entsprechenden Kosten, die ihm auferlegt werden.

Dies soll sich ab März ändern. Dann nämlich, erklärt Birgit Matthies, entscheide die jeweilige Kommune, also in diesem Fall das Gardelegener Ordnungsamt, ob ein Hund nach einer angezeigten Beißattacke als „gefährlich“ eingestuft werden muss. Oder eben nicht. Denn nicht jede „Fußhupe“, die zuschnappt, muss deshalb automatisch als gefährlich eingestuft werden. „Wir empfinden diese neue Regelung als gut“ sagt Birgit Matthies. Weil dadurch vor Ort individuell entschieden werden könne und es stets auf den Einzelfall und die besonderen Verhältnisse rund um den Hundebesitzer ankomme.

Aktuell sind 2300 Vierbeiner im gesamten Gardelegener Stadtgebiet registriert. Deren Besitzer zahlen entsprechend Hundesteuer.

Allerdings: Einige Hunderassen dürfen ab dem 1. März in Sachsen-Anhalt weder gezüchtet noch vermehrt oder mit ihnen Handel betrieben werden. Das besagt das dann in Kraft tretende „Gesetz zur Beschränkung des Verbringens oder der Einfuhr gefährlicher Hunde in das Inland“. In diesem Landesgesetz ist in Paragraph 1 aufgeführt, dass vier Hunderassen praktisch aussterben sollen. Nämlich Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshir-Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden. Wer sich an dieses Verbot nicht hält – dies gilt für gewerbliche und nichtgewerbliche Hundezüchter, aber auch für jede Privatperson – der riskiert eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro.

Von Stefan Schmidt

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