FBG „Letzlinger Heide“ ehrt Revierförster Ralf Pieper von der Arbeitsfront

Waldmeister-Oscar verliehen

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Revierförster Ralf Pieper (r.) kämpfte im vergangenen Jahr an vielen Fronten. Dafür wurde er vom FBG-Vorsitzenden Gunnar Itagaki mit dem „Waldmeister-Oscar“ ausgezeichnet.

Roxförde. Eine besondere Ehrung gab es für Revierförster Ralf Pieper.

Denn er wurde am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) „Letzlinger Heide“ von deren Vorsitzenden Gunnar Itagaki mit dem „Waldmeister-Oscar“ als Mann an vorderster Arbeitsfront geehrt.

Wie Itagaki in seinem Bericht ausführte, hatte Pieper in dem sehr regenreichen und sturmgebeutelten 2017 mit enorm viel Windwurf nicht nur in den Wäldern seines Reviers Wannefeld – insgesamt waren es 3694 Festmeter (Fm) – mehr als gut zu tun. Er betreute im vergangenen Jahr auch noch das Revier Jerchel, da die bisherige Revierförsterin Katalin Brattig eine neue berufliche Herausforderung angenommen hatte. Und da laut Itagaki „die Verantwortlichen über Monate nicht in der Lage waren, diese Stelle neu zu besetzen, staute sich der Arbeitsaufwand enorm“. Schuld daran sollte der Fachkräftemangel gewesen sein, obwohl es seines Wissens 20 hoch qualifizierte Bewerber für diese Stelle gegeben habe. „Jeder definiert Fachkäftemangel irgendwie anders...“, so der FBG-Vorsitzende. Seit Jahresbeginn hat Jerchel mit Luise Eichhorn eine neue Revierförsterin.

Nicht nur das war eine positive Nachricht, sondern auch der Ausgang der Sozialwahl im vergangenen Jahr. Denn mit acht Vertretern sind die Waldeigentümer in den Gremien der Sozialversicherungen für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau vertreten, erläuterte Itagaki. Schlechte Nachrichten allerdings gibt es von der Umweltministerin Claudia Dalbert, Sie „schwächt“, wie der FBG-Vorsitzende aus der Forst-Verbandszeitung zitierte, „die Fortverwaltung. Sie schlachtet ganze Forstämter“, verweigere Gespräche mit den Fachverbänden, sodass die Waldbesitzer ungehört vor vollendete Tatsachen gestellt werden. „Dadurch werden insbesondere die Kleinwaldbesitzer getroffen“, so Itagaki.

Und die hatten 2017 mit reichlich Kalamitäten zu tun. Denn nach dem Dauerregen zu Beginn des Jahres kamen die Stürme, und zahlreiche Bäume hatten in den aufgeweichten Böden keinen Halt mehr und fielen einfach um. Über den Roxförder Raum fegte zudem ein Hagelsturm hinweg, dessen Körner, wie Itagaki sagte, sogar den Putz von der Wand seines Hauses geschlagen haben. Genauso durchschlugen die Hagelkörner die Rinde der Bäume, sodass in Kombination mit dem Dauerregen der Diplodia-Pilz ein leichtes Spiel hatte, sich einzunisten. Die Folge waren gelbe Nadeln allerorten.

„Am Ende sind wir den Ereignissen nur noch hinterhergelaufen“, so das Fazit des FBG-Vorsitzenden. Er machte auch noch Ausführungen zum Holzeinschlag sowie zu Durchforstungs- und waldbaulichen Maßnahmen im Rückblick auf 2017 und als Planung für 2018, die später Revierförster Ralf Pieper noch einmal näher beleuchtete (siehe rechts). Zuvor gab Kassenwart Marcel Gawert einen positiven Rechenschaftsbericht, der im vergangenen Jahr auch die Mitgliederliste überarbeitete und die passenden Flächen, Bankverbindungen sowie Adressen zuordnete, was eine Sisyphusarbeit war.

Derzeit hat die FBG „Letzlinger Heide“ 216 Mitglieder mit insgesamt 2043,84 Hektar. Gawert fasste das Wirtschaftsjahr 2017 als ein Jahr mit hohem Arbeitsaufkommen, höchstem Umsatz und gutem Gewinn zusammen. Aus diesem Grund werde die FBG, so der Kassenwart, in diesem Jahr Geld für den Wegebau einstellen, der dringend nötig ist. Denn die bei dem Regen 2017 total zerfahrenen Wege sind derzeit das größte Problem in den Wäldern.

Von Elke Weisbach

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