Gardelegens Stadtrat geht gegen mögliches Aus der Grundschule Estedt in Widerspruch

„Wahrscheinlich nicht viel Erfolg“

Traurige Vorstellung: Bald gibt es in der Estedter Peter-Härtling-Grundschule möglicherweise keine Schüler mehr. Dagegen legt der Gardelegener Stadtrat nun Widerspruch ein.
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Traurige Vorstellung: Bald gibt es in der Estedter Peter-Härtling-Grundschule möglicherweise keine Schüler mehr. Dagegen legt der Gardelegener Stadtrat nun Widerspruch ein.

Gardelegen / Estedt. Die Stadt Gardelegen wird gegen die Entscheidung des Landesschulamtes, in der Grundschule Estedt im Sommer keine Kinder mehr einzuschulen, in Widerspruch gehen. Das haben die Mitglieder des Stadtrates mit deutlicher Mehrheit entschieden.

Allerdings: Eine Begründung für den Widerspruch wird es wohl nicht geben.

Angestoßen hatte dieses Thema der Jävenitzer Stadtrat Christian Glatz, der erklärte: „Wir müssen irgendwas machen.“ Anfangs gab es Bedenken des Stadtratsvorsitzenden Kai-Michael Neubüser: Beschlussanträge müssten vier Wochen vorher eingereicht werden. Daraufhin Glatz: „Das ging ja leider nicht.“ Die Entscheidung des Landes, in Estedt keine Einschulungen mehr zuzulassen, fiel erst in der vergangenen Woche.

Diskutiert wurde dann unter dem Punkt „Anfragen und Anregungen.“ Christian Glatz erläuterte nochmals sein Ansinnen. Der Stadtrat habe sich stets für den Erhalt der Estedter Grundschule ausgesprochen. Da könne man die Landes-Entscheidung nicht einfach so widerspruchslos hinnehmen.

Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs sieht in einem Widerspruch keinen Sinn. „Ich wüsste nicht, auf welcher Basis wir das machen sollten.“ Die Grundschule Estedt habe aktuell weder genügend Schüler in Gänze noch genügend einzuschulende Kinder.

Jörg Gebur, Fraktionsvorsitzender der CDU, sah dies anders. „Das muss ja nicht begründet sein.“ Es gehe vielmehr um „ein politisches Signal“. Man werde mit einem Widerspruch „wahrscheinlich nicht viel Erfolg“ haben, schätzt auch Gebur. Als Fuchs nochmals seine Bedenken äußerte und erklärte: „Wir müssen die Entscheidung des Landes so akzeptieren“, platzte Wolfgang Reboné der Kragen: „Konrad, willst Du den Antrag nun unterstützen oder nicht?“ Fuchs rede „die ganze Zeit dagegen, Du schwimmst gegen den Strom“.

Was Fuchs bei der Abstimmung dann auch tatsächlich tat. Während alle Stadtratsmitglieder für einen – wenn auch nicht näher begründeten – Widerspruch waren, stimmte einzig der Bürgermeister dagegen.

Von Stefan Schmidt

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