Wahlwiederholung bei der FBG Berge / Positives Resümee über 2017 / Wegebau ist das Thema 2018

Vorstand einstimmig bestätigt

+
Der Vorstand der FBG Berge (v.l.): der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Henke, Schriftführerin Heike Studtmeister, der Vorsitzende Reno Voigt und Rechner Ines Mollenhauer.

Berge / Jävenitz. Eigentlich wurde der neue Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Berge, zu der die Reviere Gardelegen und Berge gehören, bereits im vergangenen Jahr neu gewählt.

Allerdings wurde die Genehmigung verwehrt, sodass er ein Jahr nun kommissarisch arbeitete und die Wahl in diesem Jahr wiederholt werden musste. Außer Arno Otte, der aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung stand, stellten sich am Freitagabend die Vorstandsmitglieder während der Jahreshauptversammlung in der Jävenitzer Gaststätte „Zur Gans“ wieder zur Wahl und wurden auch wieder gewählt – zum größten Teil einstimmig.

An der Vorstandsspitze bleibt als Vorsitzender Reno Voigt. Ihm zur Seite steht als Stellvertreter Gerhard Henke. Schriftführerin bleibt Heike Studtmeister und Ines Mollenhaus Rechner. Zum erweiterten Vorstand gehören die Beisitzer Hartmut Arp, Heinz Martin Berlin, Hartwig Brohmann, Bernd Richter, Jürgen Lahmann, Horst Lembke, Wilhelm Matthies, Ute Odewald, Manuel Fünder und Jochen Studtmeister.

Im Vorfeld der Wahl hatte Reno Voigt Resümee über das vergangene Jahr gezogen, in dem die FBG Berge sein 25-jähriges Bestehen beging. Unter anderem hatten die beiden Revierleiterinnen Christel Wöstenberg (Gardelegen) und Christine Köthke (Berge) dafür im September eine Exkursion vorbereitet, die auf dem Gut Zichtau startete und endete. Man schaute sich einen gelungenen Voranbau an, die Entnahme von Schirmen mit einer Spezialmaschine sowie eine Ackeraufforstung aus den Anfangsjahren der FBG, die jetzt schon bewirtschaftet wird. „Es war eine gelungene Veranstaltung“, bedankte sich Voigt bei den Revierleiterinnen. Eine Wiederholung würde er sich wünschen.

Er machte auch einige Ausführungen zur Forsteinrichtung, die die Erfassung des Waldzustandes, die Kontrolle der bereits erfolgten Maßnahmen und die Planung für den folgenden Forsteinrichtungszeitraum in periodischen Abständen beinhaltet. Die Einrichtung werde zwar mit 25 Euro pro Hektar gefördert, aber der Waldbesitzer oder FBG müsse in Vorleistung gehen. Zudem fehle noch die EDV dafür.

Dann kam er auf ein brisantes Thema zu sprechen, nämlich den Wegebau. Dieser betrifft alle Waldbesitzer, erklärte Voigt, „und stinkt ihn an“. Denn „nach einem nassen Sommer, Herbst und Winter sind die Wege in einem erbärmlichen Zustand“. Sicher, so Voigt, haben die Holzunternehmen daran ihren Anteil, aber die Wege werden auch von anderen genutzt: Waldbesitzer, Jäger, Interessengruppen und Ausflügler. Fakt ist, sie müssen hergerichtet werden. Noch unklar ist das Wie und die Finanzierung. Wie Voigt erklärte, plant Helmut Jachalke, Leiter des Forstamtes Westliche Altmark in Klötze, ein Pilotprojekt in Solpke für den Solpker-Sachauer Weg. Dafür wolle er alle Beteiligten und Anlieger an einen Tisch holen, um eine Lösung zu finden, auch und vor allem was die finanzielle Seite betrifft. Sollte sich eine Lösung abzeichnen, machte Voigt deutlich, werde die FBG Berge mit einsteigen. In ihrem Bereich befinden sich im Revier Berge 18 Kilometer Wegenetz und im Revier Gardelegen sieben Kilometer.

Kurz ging der FBG-Vorsitzende auch noch auf die Stürme des vergangenen Jahres ein, die im Revier Berge 6000 Festmeter Holz – hier hatte „Paul“ im Juni zugeschlagen – und im Revier Gardelegen 2500 Festmeter Holz – hier wütete „Xavier“ Anfang Oktober – umwarf und brechen ließ. Das sei schlimm, so Voigt, aber der Süden von Sachsen-Anhalt habe mehr gelitten. Dort fielen zwei Millionen Festmeter. Das sind 50 000 Lkw voll. Im hiesigen Bereich habe das Sturmholz keine Auswirkungen auf die Holzpreise. Es könne aber aufgrund der zahlreichen, notwendigen Aufforstungen zu Engpässen bei den Pflanzen kommen, für die auch die Preise erhöht werden. Damit müsse jeder Waldbesitzer rechnen, erklärte der FBG-Vorsitzende. Einen positiven Kassenbericht konnte im Anschluss Rechner Ines Mollenhauer geben. Sie informierte auch über die Mitgliederveränderung bei der FBG mit 23 Aus- und 14 Eintritten im vergangenen Jahr.

Im Anschluss kamen die Revierleiterinnen zu Wort. Christine Köthke informierte über Waldbaumaßnahmen und den Holzeinschlag im vergangenen Jahr sowie die Pläne für dieses. Wie sie sagte, lag und liege der Hebsatz bei drei Festmetern im Jahr. Damit seien auch die Voraussetzungen für die Holzmobilisierungsprämie (Homop) erfüllt.

Christel Wöstenberg zog auch noch einmal kurz Bilanz zum Sturmgeschehen 2017, in dessen Ergebnis es von einzelnen Windwürfen und -brüchen bis zu richtigen Gassen und Schneisen alles gegeben habe. Es waren alle Baumarten betroffen, erklärte sie. Und die Schäden habe es vor allem in älteren Beständen gegeben. Dicke Bäume mit großen Kronen sind gefallen. Bisher wurden im Revier Berge 1700 Festmeter und im Revier Gardelegen 1300 Festmeter Schadholz aufgearbeitet. Im März sollte eigentlich weiter daran gearbeitet werden, so Wöstenberg, aber das verschiebe sich in den April. Vorher seien die Maschinen nicht zu bekommen. Vorrangig werden dann auch zunächst die Lärchenbestände durchgearbeitet, dann die Bestände mit Sägeholz. Bezüglich der Holzschädlinge war das vergangene ein gutes Jahr. Es gab auch keinen Mäusefraß oder Waldbrände aufgrund des relativ vielen Regens. In diesem Jahr habe die Winterbodensuche erhöhte Werte bei der Forleule im Revier Berge in den Gemarkungen Breitenfeld, Berge und Wiepke ergeben. Derzeit werde der Falterflug mit Pheromonfallen überprüft. Wie sie sagte, habe sie noch keinen Falter in der Falle gehabt.

Als weiteren Gast konnte die FBG am Freitagabend Roland Sterner begrüßen. Der stellvertretende Leiter im Betreuungsforstamt Letzlingen ist unter anderem für die Betreuung der Forstbetriebsgemeinschaften zuständig. Er informierte über Veränderungen im Haus – unter anderem darüber, dass das Revier Jerchel mit Luise Eichhorn eine neue Revierleiterin hat –, blickte auch noch einmal auf das Sturmgeschehen 2017, das im Gesamtwald des Betreuungsforstamtes 60 545 Festmeter Schadholz forderte, und machte Ausführungen zum Wegebau, den die FBG als Aufgabe auch in ihrer Satzung verankert habe. Waldwege sind laut dem Landeswaldgesetz Privatwege, die nicht öffentlich gewidmet sind. Aus diesem Grund sind die Besitzer für sie zuständig. Die optimale Variante wäre, die Waldwege zu wassergebundenen Schotterwegen auszubauen, damit sie, wie es gewünscht werde, ganzjährig befahrbar seien. Es würde aber laut Sterner schon helfen, wenn die Wege nach dem Holzeinschlag und -abtransport wieder instand gesetzt werden würden.

Von Elke Weisbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare