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Cannabis auf zwei Etagen angebaut: Angeklagte wollen vor Gardelegener Schöffengericht aussagen

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Von: Stefan Schmidt

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Gerichtsgebäude
Vor dem Gardelegener Amtsgericht begann ein Cannabis-Prozess. © Stefan Schmidt

Zwei Männer aus dem ehamligen Jugoslawien stehen wegen einer illegalen Cannabis-Plantage vor dem Gardelegener Schöffengericht.

Gardelegen – Seit knapp einem halben Jahr, seit dem 23. Februar, sitzen zwei Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien in Untersuchungshaft. An jenem Tag hob die Polizei in den Vormittagsstunden an der Bahnhofstraße in Gardelegen eine Cannabis-Plantage aus und nahm die beiden mutmaßlichen Drogendealer, die vor Ort angetroffen wurden, vorläufig fest. Seit Dienstag sitzen G. und Z. vor dem Gardelegener Schöffengericht. Der Prozessauftakt dauerte aber nicht lange: Es kam lediglich zur jeweiligen Feststellung der Personalien und zur Verlesung der Anklageschrift. Die Aussagen der beiden Angeklagten sowie weiterer Zeugen sollen am zweiten von insgesamt drei festgelegten Prozesstagen erfolgen.

Die beiden Angeklagten stammen aus dem heutigen Serbien: G. aus der Hauptstadt Belgrad und Z. aus dem südserbischen Leskovac. Während der gelernte Elektriker Z. (43) ledig ist, ist sein Mitangeklagter verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Der 50-jährige G. war in seiner Heimat Obst- und Gemüsepflücker, in Deutschland waren beide zuletzt ohne Arbeit.

Auf zwei Etagen und in mehreren Räumen an der Bahnhofstraße in Gardelegen – nur 140 Meter vom Haupteingang des Gerichtsgebäudes entfernt – züchteten und vertrieben die beiden Männer, mutmaßlich mit weiteren Anbauern, Cannabis. Und zwar offenbar professionell mit entsprechender technischer Ausstattung, wie es in der Anklageschrift heißt. Den dafür benötigten Strom zapften sie allerdings illegal aus der Nachbarschaft ab.

Beide Angeklagte wollen aussagen und kündigten über ihre neben ihnen sitzenden Dolmetscher entsprechende Erklärungen an. Ihnen steht jeweils ein Pflichtverteidiger zur Seite.

Der Prozess wird fortgesetzt. So lange verbleiben beide Angeklagte in Untersuchungshaft, aus der sie gestern in Handschellen vorgeführt wurden.

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