Staatssekretärin im Gardelegener Altmark-Klinikum: Aktionstage und -wochen sprechen oft die eigentliche Zielgruppe nicht an

„Von 400 Teilnehmern kennen wir 395“

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Beate Bröcker, Staatssekretärin im Landes-Sozialministerium, wurde von Klinikums-Geschäftsführer Matthias Lauterbach in Gardelegen begrüßt.

sts Gardelegen. Erstmals hat das Land Sachsen-Anhalt eine Herzwoche ins Leben gerufen. Aus diesem Anlass besuchte die Staatssekretärin im Landes-Sozialministerium, Beate Bröcker, am Freitag das Altmark-Klinikum in Gardelegen.

Sie informierte sich über die beiden Klinikums-Standorte Gardelegen und Salzwedel sowie über die Arbeit vor Ort. Im vergangenen Jahr nahm das Altmark-Klinikum mit seinen 766 Mitarbeitern rund 19 900 Patienten stationär auf, berichtete der Ärztliche Direktor am Standort Gardelegen, Dr. Michael Schoof.

Hjalmar Koppatz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, erwähnte, dass etwa 20 Prozent der Todesfälle deutschlandweit auf einen Herzinfarkt zurückzuführen seien. Und er merkte kritisch an, dass eine Herzwoche zwar grundsätzlich eine gute Sache sei. Dass sich aber die falschen Personen angesprochen fühlen. Nämlich jene, die bereits medizinisch betreut werden. Ähnlich sieht dies Schoof, der seit vielen Jahren einen Diabetestag in Gardelegen mitorganisiert. „Von 400 Personen, die zu unserer Info-Veranstaltung kommen, kennen wir 395“, erklärte er. Soll heißen: Vor allem jene, die bereits an Diabetes erkrankt seien und medizinisch betreut werden, würden sich für den Diabetes-Tag interessieren. Was keinesfalls schlecht sei, aber: Die Zielgruppe müssten jene Menschen sein, die entweder noch keine Diabetes haben oder deren Krankheit noch nicht erkannt worden sei. Koppatz schlug deshalb vor, auf anderen Kanälen vor dem Herzinfarkt-Risiko zu warnen: in Zeitungsanzeigen oder in Werbefilmen.

In Sachsen-Anhalt sterben, bezogen auf die Einwohnerzahl, deutschlandweit die meisten Menschen an einem Herzinfarkt. Das sagt der in diesem Jahr veröffentlichte Herzbericht der Deutschen Herzstiftung aus.

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