Volber-Invasion aus der Oberpfalz

Da schau her: 17 Mitglieder der Volber-Familie aus Kastl in Bayern besuchten das Schützenfest in Estedt und besuchten gleichzeitig ihre Volber-Verwandten aus Estedt und Umgebung. Foto: Schmidt

Estedt. Auf einen Schlag hob sich die Geräuschkulisse. Beim Umzug während des Schützenfestes in Estedt spielten die Musiker aus Apenburg „Ja, mir san mi´m Radl do.“ Und die Truppe hinter ihnen stimmte lautstark mit ein. Kein Wunder: Das bayerische Volkslied erinnerte die Besucher an ihre Heimat. Denn beim Schützenfest in Estedt tauchten 17 Frauen und Männer, Buben und Maderl auf, die klamottentechnisch so gar nicht nach Norddeutschland passen: Die Volbers aus der Oberpfalz. Genauer aus Kastl, gelegen zwischen den Städten Amberg und Regensburg im Bundesland Bayern. Dort wohnt ein ganzer Volber-Clan. Der tatsächlich verwandt ist mit den vielen Volbers, die in und um Estedt wohnen.

Erst am Tag vor dem Schützenfest habe er erfahren, dass „die Volbers bei uns einfallen werden“, erzählt Otto Volber lachend. Am Sonnabend starteten die Verwandten aus Bayern mit einem Bus im Morgengrauen und trafen mittags in Estedt ein. „Mei, is des flach hier“, wunderte sich nicht nur Peter Volber über die norddeutsche Tiefebene. Obwohl Estedt mit den benachbarten Hellbergen, immerhin bis zu 160 Meter hoch, bekanntlich in der „Altmärkischen Schweiz“ liegt.

Wie kam es nun zum Kontakt? Dass es in Bayern Volbers gibt, ahnten Otto Volber und seine Verwandten aus der Altmark schon länger. Otto Volber ist der Cousin eines gewissen Kurt Volber, den es vor langer Zeit nach Süddeutschland zog. Dieser Kurt Volber zeugte neun Kinder, davon leben noch sieben. Und ein weiterer Verwandter, Günter Volber aus Rostock, in Gardelegen geboren, brachte die beiden Clans nach der Wende zusammen, besuchte das kleine Kastl und knüpfte erste Familienbande. Dass die bayerischen Volbers mit 17 Personen in Estedt auftauchen und beim Schützenfest fröhlich mitmachen, ist erstmals so passiert. „Wir haben viele schöne Stunden miteinander verbracht“, erzählt Otto Volber von den Begegnungen mit seinen Verwandten aus dem rund 450 Kilometer entfernten Kastl. Und in Estedt selbst wird man sich wohl noch lange an diesen Besuch erinnern: Wann sieht man sonst Menschen in Krachledernen und Dirndl sowie mit Maßkrügen in der Hand durch die Straßen laufen?

Von Stefan Schmidt

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