Viermal größer als Liechtenstein

Gardelegen – von Stefan Schmidt Drei Stunden und drei Minuten. So lange dauerte die erste Zusammenkunft des neuen Gardelegener Stadtrates. Am Montagabend trafen sich die am 28. November gewählten Abgeordneten im Gardelegener Rathaussaal. 36 Plätze gibt es ab sofort – 35 davon waren besetzt. Lediglich Zichtaus Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke war verhindert, nahm nicht an der konstituierenden Sitzung teil.

Diese 36 Stadträte – dazu gesellt sich Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, der im November nicht zur Wahl stand – kommen aus 20 unterschiedlichen Dörfern. Und repräsentieren rund 24 000 Einwohner. Diese wohnen in einem 623 Quadratkilometer großen Gebilde. Damit ist die neue Stadt Gardelegen die von der Fläche her drittgrößte Stadt Deutschlands, gleich nach Berlin und Hamburg. Und noch vor Millionenstädten wie München und Köln. Gardelegen ist damit auch die größte Stadt in Sachsen-Anhalt. Zum Vergleich: Das Fürstentum Liechtenstein ist viermal kleiner als Gardelegen. Die Fläche von San Marino, ein Zwergstaat mitten in Italien, umfasst nur ein Zehntel der Gardelegener Stadtfläche. Und Papst Benedik, der im Vatikan residiert, herrscht über gerade mal 0,44 Quadratkilometer – Gardelegen ist schlappe 1400-mal größer.

„Ein historischer Abend“ sei diese konstituierende Sitzung, erklärte Walter Thürer. Das Mitglied der SPD-Fraktion war am Montagabend mit 71 Jahren das älteste Mitglied im Stadtrat. Und leitete diese Sitzung, ehe Kai-Michael Neubüser erwartungsgemäß zum neuen Stadtrats-Vorsitzenden gewählt wurde. Neubüser hatte bei der Stadtratswahl die meisten Stimmen aller Bewerber erhalten, ist Ortsbürgermeister der größten Beitrittsgemeinde Mieste und Mitglied der größten Stadtratsfraktion, der CDU. Nur Hannelore von Baehr und Norbert Hoiczyk von der Freien Liste enthielten sich der Stimme, als Neubüser zur Wahl stand. Alle übrigen Stadträte stimmten für ihn.

Walter Thürer berichtete, dass er kürzlich erfahren habe, wie groß Gardelegen eigentlich sei. Und war im wörtlichen Sinne. Er habe sich ins Auto gesetzt und eine Rundfahrt unternommen. Durch alle früheren Gemeinden. „Ich habe nicht überall angehalten“, gab er zu. Aber er habe die Vielfalt und die Schönheit des neuen Stadtgebildes kennen gelernt.

Thürers Mahnung an die neuen Stadträte: „Es ist nicht hilfreich, dem Verlust der Eigenständigkeit nachzutrauern und die Vergangenheit zu beschwören.“ Er wünschte sich eine konstruktive Zusammenarbeit aller zum Wohle der Einwohner.

Immerhin: Es ging gleich einstimmig los. Um 19.14 Uhr, exakt zwölf Minuten nach Sitzungsbeginn, gab es den ersten einmütigen Stadtrats-Beschluss. Es ging allerdings nur u

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare