Ziel der Projektgruppe im Gardelegener Gymnasium / Donnerstag letztes Treffen vor den Ferien mit Susann Meier

Vier Stolpersteine im nächsten Schuljahr

Susann Meier vom MDR (4. von links) interviewt Anna Wolfowski während des Treffens am Donnerstag, bei dem Lina Holz und Gunnar Bude fehlten. Es kam jeder am Tisch zu Wort. Fotos (2): Weisbach

Gardelegen. Zum letzten Mal in diesem Schuljahr trafen sich am Donnerstag die Neuntklässler des Gardelegener Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die das Projekt „Stolpersteine“ betreuen.

Denn sie beginnen am Montag im Rahmen der Berufsvorbereitung mit ihrem 14-tägigen Praktikum in Firmen und Einrichtungen.

Als Gast konnten Geschichtslehrerin Andrea Müller und die Mädchen und Jungen Susann Meier vom MDR begrüßen, die das Projekt über das Radio bekannt machen möchte. Dafür ließ sie sich noch einmal die Idee dahinter, die Beweggründe der Schüler mitzumachen, den derzeitigen Recherchestand nach der Auswahl der vier Familien Cohn, Lemberg, Marcus und Behrens sowie das Ziel ins Mikrophon erzählen. Und das Ziel ist, erklärte Andrea Müller: „Die vier Stolpersteine, das nehmen wir uns ganz fest vor, wollen wir im nächsten Jahr setzen.“

Denn schließlich, so hatte Tabea Kreutz nach den Ausführungen zu den Stolpersteinen von Lea Weisbach erläutert, gebe es in Gardelegen, außer auf dem Friedhof und am Haus von Familie Sonnenfeldt, keine Erinnerung an die jüdischen Familien, die Opfer des Nationalsozialismus´ wurden. Das möchte die Gruppe ändern. Auch Karla Steinecke findet es wichtig, dass nicht in Vergessenheit gerät, was geschehen ist. Und langweilig, versichert sie auf Nachfrage von Susann Meier, sei es auf jeden Fall nicht. Für die Recherchearbeit brauche man nun mal lange, die schließlich gut gemacht werden soll.

„Die Leute sollen erfahren und sehen, was damals geschehen ist“, erklärt auch Robert Ghigeanu. Eine eigene Broschüre dazu sei nicht geplant, beantwortet er eine entsprechende Frage von Susann Meier, aber der Kontakt zu den Nachkommen sei wichtig, da diese ihr Einverständnis für die Stolpersteine geben müssen. Manchmal aber sind keine zu finden. Das konnten Alina und ihre Mutter Anna Wolfowski, die der Gruppe hilft, bezüglich der Familie Cohn/Kuhlmann feststellen. Sie haben dafür Verwandtschaft in Amerika recherchieren lassen, weil eine Spur dorthin führte. Doch es wurde kein Nachkomme gefunden.

Das könnte bedeuten, vermutet Andrea Müller, „dass wir den Stein für die Familie legen können.“ Sicher sei sie aber nicht. Aus diesem Grund soll das nun über die anstehenden Ferien mit dem Künstler Gunter Demnig, der diese Aktion 1990 ins Leben rief und jeden Stein selbst setzt, geklärt werden.

Andere Recherchen waren dagegen erfolgreich. Es gibt Adressen von Nachkommen der Familien, an die nun noch vor den Ferien Briefe mit der Bitte um das Einverständnis für die Aktion geschickt werden. Karla Steinecke hat diesen vorbereitet und wird ihn auch noch ins Englische übersetzen. Briefe gehen auch nach Israel. Die Stolperstein-Gruppe hofft darauf, dass nach den Ferien Antworten da sind, damit sie ihr Projekt als Zehntklässler zum Abschluss bringen können.

Von Elke Weisbach

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