Gardelegen: Mehrere Brunnen untersucht / Möglicher Zusammenhang mit Biogasanlagen

Gardelegen: Zu viel Nitrat im Grundwasser

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Harald Gülzow hat im Labormobil den Nitratgehalt von 24 Brunnen im Gardelegener Stadtgebiet untersucht. Bei einem Viertel dieser Brunnen ist der Nitratgehalt oberhalb des Schwellenwertes.

Gardelegen. In mehreren privat genutzten Brunnen im Gardelegener Stadtgebiet ist der Nitratgehalt des Grundwassers zu hoch. Das haben Untersuchungen der VSR Gewässerschutz ergeben, die jüngst solche Proben genommen hat.

Demnach wurde in Letzlingen ein mit 118 Milligramm pro Liter übermäßig mit Nitraten belasteter Brunnen festgestellt. Der Schwellenwert laut deutscher Grundwasserverordnung liegt bei 50 Milligramm – die Belastung war also mehr als doppelt so hoch. Ein Brunnen im Ortsteil Weteritz brachte es auf eine Belastung von 92 Milligramm pro Liter. Insgesamt wurden im August 24 privat genutzte Brunnen untersucht. Ein Viertel davon hatte eine zu hohe Nitratkonzentration. Stark belastetes Grundwasser ist demnach nicht mehr zum Trinken geeignet. Außerdem kann es bei der Bewässerung im heimischen Garten zu Nitratanreicherungen in verschiedenen Gemüsesorten kommen.

Einen möglichen Zusammenhang sieht der VSR Gewässerschutz e. V. in der Zunahme von Massentierhaltungen und Biogasanlagen. „Über zwei Drittel der in der Europäischen Union betriebenen Anlagen stehen allein in Deutschland“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Presseerklärung. Vor allem hiesige Landwirte bräuchten deshalb „dringend Messwerte über den Zustand des Grundwassers“.

Von Stefan Schmidt

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