Ein Assistenzhund für Andreas Guba, der Spenden für den Verein „Apporte“ sammelt

Die Verwirklichung eines Traums

Seinem Traum wieder ein Stück näher: Andreas Guba freut sich über den Scheck von Sparkassen-Mitarbeiter René Wendtland.

Gardelegen/Hannover. Es war ein ganz normaler Sonntag. Eigentlich. Dennoch geriet das Leben von Andreas Guba am 24. Oktober 2010 komplett aus den Fugen. Denn seit diesem Tag sitzt der gebürtige Letzlinger, der heute in Hannover wohnt, im Rollstuhl.

Wie er und seine Mutter Birgit berichten, begannen nach plötzlich auftretenden starken Rückenschmerzen an dem Tag seine Finger zu kribbeln und die Arme wurden taub. Als der Notarzt eintraf, konnte sich Andreas Guba überhaupt nicht mehr bewegen. Er wurde zunächst ins Wolfsburger Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte allerdings nichts herausfanden. Man wollte dem frisch verheirateten jungen Mann – drei Monate vorher hatte er geheiratet – dort aufgrund der Lähmungserscheinungen sogar Drogenmissbrauch unterstellen, empört sich seine Mutter Birgit Guba heute noch. Auf Drängen der Familie wurde der damals 28-Jährige ins Olvenstedter Krankenhaus verlegt, wo dann endlich – zehn Stunden nach dem Auftreten der Lähmungen – festgestellt wurde, dass er einen Schlaganfall im Rückenmark erlitten hat.

Es folgten ein halbes Jahr in einer Spezialklinik mit Physio-, Ergo- und Hippo-Therapie, wo der junge Mann, wie seine Mutter sagt, „wieder aufgepäppelt“ wurde. Er zog mit seiner Frau nach Hannover, da sie dort arbeitet. Und es geht – auch Dank der großen Unterstützung durch die komplette Familie – aufwärts. Die Arme und Hände sowie das rechte Bein sind wieder beweglich. Andreas Guba spielt mittlerweile sogar Rollstuhlrugby in einem Verein in Hannover. Das Leben hat ihn wieder, wenn auch mit Einschränkungen. Er benötigt weiterhin Hilfe. Und die wird er in Zukunft auch von einem Assistenzhund bekommen, wie er am Donnerstagnachmittag in der Gardelegener Geschäftsstelle der Sparkasse Altmark West berichtet. Dorthin war er mit seinen Eltern Birgit und Michael Guba gekommen, um aus den Händen von René Wendtland einen Scheck über 260 Euro entgegenzunehmen. Die Summe kam beim Kuchenbasar zum Hansefest zusammen und wird in jedem Jahr für ein soziales Projekt zur Verfügung gestellt. In diesem nun unterstützt das Geldinstitut über seinen Kunden Andreas Guba den gemeinnützigen Verein „Apporte Assistenzhunde für Menschen im Rollstuhl“ in Wunstorf, der von Spenden lebt. In diesen ist Andreas Guba eingetreten, nachdem er von einer anderen Betroffenen davon erfahren hatte, die bereits einen solchen Hund hat, und hat sich um einen Assistenzhund beworben, der das alltägliche Leben erleichtern soll. Denn diese Vierbeiner – zumeist sind es Golden Retriever, Labradore und Labradoodles bei einer Tierhaarallergie, die 50 Grundkommandos beherrschen – können beispielsweise kleinste Dinge vom Boden aufheben, Schalter bedienen, Türen öffnen, das Telefon holen und sogar Socken, Hosen und Handschuhe ausziehen, ohne daran zu zerren. Davon konnte sich Andreas Guba bei einem Vereinsbesuch überzeugen.

Ein Komitee des Vereins war auch schon bei ihm, um ihn kennenzulernen. Denn der Verein entscheidet über die Wichtigkeit des Antrages. Und der heute 30-Jährige hatte Glück. Er bekam die Zusage für einen Assistenzhund, der in Österreich speziell nach seinen Charaktereigenschaften ausgesucht wird – dafür mussten er und seine Familie schon entsprechende Fragebögen ausfüllen – und für ihn ausgebildet wird, was rund 16 000 Euro kostet. Die Kosten übernimmt der Verein, der das über Spenden finanziert. Aus diesem Grund ist der junge Mann dabei, fleißig Spenden für den Verein zu sammeln. Einen Großteil der benötigten Summe hat er auch schon zusammen. Familie sowie Unternehmen aus Gardelegen und Letzlingen haben ihr Scherflein dazu beigetragen.

Wann er seinen Assistenzhund bekommt, steht noch nicht fest. Es kann noch in diesem Jahr sein. Er wird einige Wochen vorher benachrichtigt und muss dann für 14 Tage nach Österreich, um mit dem Hund zu trainieren, was dann auch zu seinen täglichen Pflichten gehören wird. Zudem muss er in jedem Jahr eine Prüfung mit seinem Hund ablegen, damit dieser den Status Assistenzhund behalten darf.

Andreas Guba freut sich schon auf diese Herausforderung und die anstehenden Aufgaben, die ihn, da ist er sicher, einen großen Schritt zurück ins Leben bringen werden. Denn, so schreibt er als Bewerber auf der Vereins-Homepage (www.apporte-assistenzhunde.de), „Mobilität und Selbstständigkeit waren für mich früher eine Selbstverständlichkeit – mit einem vierbeinigen Freund könnte ich davon jede Menge zurückgewinnen“. Und nicht nur das. Für ihn, der auf dem Dorf mit Tieren groß wurde und der immer einen eigenen Hund haben wollte, erfüllt sich ein Traum, den er nach dem Schicksalsschlag platzen sah. Doch es gibt zum Glück immer ein Licht am Horizont.

Von Elke Weisbach

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