Erste Buchlesung von Verena Schulz beim Treffen der Selbsthilfegruppe „Wege aus der Angst“

Verschüttetes Bier und wehende Röcke

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Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Wege aus der Angst“ luden wie jedes Jahr im Januar zu ihrem ersten Treffen einen Buchautor ein.

it Gardelegen. „Ich bin etwas aufgeregt, aber ich denke, das kann ich auch sein“, sagte Verena Schulz zu den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe „Wege aus der Angst“ und drei ehemaligen Arbeitskollegen.

Denn die Autorin las in der Cafeteria des Sozial-kulturellen Zentrums im Gardelegener Rosen-Gesundheits-Center am Dienstagnachmittag erstmals vor Publikum aus ihren Büchern, die im vergangenen Jahr im Sommer und Spätherbst erschienen, vor.

In „Erinnerungen“ werden von der Autorin, deren eigentlicher Name Angelika Quaschning ist, Kurzgeschichten von Tieren thematisiert, die Verena Schulz teils selbst erlebt hat. So erfuhren die Männer und Frauen bei einer Tasse Kaffee, Tee oder einem Glas Wasser, dass sie den Nachwuchs ihrer Katze nach deren plötzlichem Verschwinden selbst groß zog. Oder von ihrem Hund, der Angst vor Gewitter hat und deswegen immer alles anknabberte, wie beispielsweise eine Holztür.

Verena Schulz las aus ihren Büchern „Erinnerungen“ und „Die Kneipe war so wellig“ vor.

Im zweiten Buch, „Die Kneipe war so wellig“, las Verena Schulz Geschichten aus ihrer Kindheit, Lehre und ihrem Arbeitsleben vor. Zunächst hörte das Publikum von einem Missgeschick, das der Schriftstellerin während der Lehrlingszeit zur Kellnerin passierte. Denn dabei fielen ihr mit Bier gefüllte Gläser vom Tablett, dessen Inhalt auf einen Gast landeten. Die Anwesenden lachten begeistert, besonders als sie mit dieser Geschichte fortfuhr: „Wenn vom Lehrlingsgeld mal etwas übrig blieb, haben wir uns Pommes, einen Milchshake oder mal einen Restaurantbesuch gegönnt“ und dabei passierte dann einem Kellner ebenfalls jenes Missgeschick.

Die nächste Erzählung brachte das Publikum erneut zum Lachen. So wollte Verena Schulz während der Ausbildung ein Bierfass wechseln. „Ich dachte, dass das Fass leer wäre und fing an, die entsprechenden Teile zu lösen.“ Doch plötzlich ergoss sich das Bier über sie, denn das Fass war nicht leer. „So hatte ich aber immerhin einen Festiger für mein Haar“, so die Autorin, die an diesem Tag für die restliche Zeit nach Bier trotz neuer Kleidung roch.

Von ihren Haaren handelte auch die nächste Kurzgeschichte: „Was glauben Sie, wie kurz meine Haare danach waren?“, fragte Verena Schulz ihre Zuhörer, nachdem sie als Kind kurz vor dem Urlaub an der Ostsee von ihrer Mutter zum Friseur geschickt wurde. Denn sie hatte bereits sehr kurze Haare, die nun noch kürzer geschnitten worden waren.

Danach las die Schriftstellerin, die das erste Buch schrieb, um einen Klinikaufenthalt aufzuarbeiten und sich abzulenken und das zweite, weil sie von der Verwandtschaft dazu angeregt wurde, von ihrem beruflichen Aufenthalt auf einer Insel in der Nordsee. Dort erhielt sie wegen eines Gastes unter anderem bei ihren Kollegen den Spitznamen „Frauchen“. Außerdem war es „dort immer sehr windig und ich habe gerne Röcke getragen“, so Verena Schulz, „können Sie sich also vorstellen, was passiert ist?“ Ein Mann antwortete: „So was wie damals bei Marilyn Monroe“.

Nach der Buchlesung, die jedes Jahr im Januar für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe stattfindet, tranken diese noch Kaffee oder Tee und ließen das Treffen gemütlich ausklingen.

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