Im Zeitalter von Internet und SMS ist die gute alte Ansichtskarte bei vielen immer noch beliebt

Wer verschickt heute noch Postkarten?

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Die Nikolaikirche in Gardelegen ist eines der beliebtesten Fotomotive auf hiesigen Postkarten.

Gardelegen. In Zeiten von Smartphones mit Kamera und Seiten wie Twitter oder Instagram kann man schnell der Öffentlichkeit mitteilen, wo man sich im Augenblick befindet, zum Beispiel aus dem Urlaub.

Selbstporträts, auch Selfie genannt, sind schnell gemacht und vor allem auch kostenlos. Günstige Tarife, auch für das Ausland, machen sogar ein längeres Telefonat erschwinglich. Daher scheint es fast unmöglich, dass ein Medium wie die Postkarte in der digitalen Welt mithalten kann.

Verkaufen auch noch Postkarten: Foto Hille Mitarbeiter Tony Schulz mit einer Karte von Gardelegen.

Dennoch werden Postkarten auch weiterhin gekauft. Das bestätigt auch Bärbel Neubauer von der Tourist-Information in Gardelegen: „Beliebt sind vor allem lokale Motive wie das Salzwedeler Tor, die Rolandfigur oder das Rathaus. Oft werden sogar noch vor Ort die Karten beschrieben.“ Doch auch wenn es immer noch Verkäufe von Postkarten gibt, so sei der Rückgang schon seit einiger Zeit bemerkbar. „Vor 20 Jahren waren es noch deutlich mehr“, so ein Mitarbeiter von Foto Hille, wo ebenfalls Postkarten aus der Stadt und der Region verkauft werden.

Die Gründe für einen Fortbestand der Postkarte sind unterschiedlich. Zum einen hat eine Postkarte einen gewissen Charme. Die Mühe, etwas Handschriftliches für jemanden anzufertigen, zeugt von einer viel persönlicheren Beziehung zu dem Empfänger. Eine Postkarte ist für viele etwas Greifbares, das man zu Hause aufhängen kann. Es dient oft auch als Souvenir und Erinnerung an vergangene Zeiten. Dies stellt auch einen Kontrast zu den digitalen Medien her.

Dass die Postkarte eigentlich gar nicht mehr zeitgemäß ist, bietet auch einen Anreiz für jüngere Mensch: Sie verbinden mit Postkarten ein Nostalgiegefühl und eine gewisse Romantik. Denn eine SMS kann ja mittlerweile jeder aus jeden Urlaubsort bekommen.

Von Felix Kirsch

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