Mahnwache der Antimilitaristen in Letzlingen blieb weitgehend friedlich – woanders nicht

Verbalscharmützel am Dorfrand

Aufeinandertreffen auf dem heißen Asphalt: Bei mehr als 30 Grad behielt nicht jeder Demonstrant – rechts Antimilitaristen, links Einwohner von Letzlingen mit Stadt-Bürgermeister Konrad Fuchs (mit Sonnenbrille) – kühlen Kopf. Es blieb aber bei verbalem Ping-Pong.

Letzlingen. Überwiegend friedlich ist der „Aktionstag“ des Antimilitaristischen Camps am Sonnabend rund um den Truppenübungsplatz Altmark verlaufen.

Zwar gab es „einzelne Personenbewegungen“ auf dem Militärgelände, wie Polizei-Pressesprecher Marco Neiß gegenüber der Altmark-Zeitung erklärte. Zu größeren Beschädigungen sei es aber nicht gekommen.

Dieser „Aktionstag“ war zweigeteilt. Zum einen gab es Einzelgänger oder auch Gruppen, die versuchten, auf den Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide zu gelangen. Dann gab es aber auch drei Mahnwachen rund um den Platz. Die meisten Besucher verzeichnete die Veranstaltung am Dorfrand von Letzlingen, an der Salchauer Straße. Dort versammelten sich ab dem Vormittag zeitweilig bis zu 60 Militärgegner, um friedlich gegen die Bundeswehr zu demonstrieren. In Dolle waren es nach Polizeiangaben rund 20 Teilnehmer, auf dem Marktplatz in Haldensleben zeitweilig nur deren drei – „wenige, aber dafür fröhliche Demonstranten“, wie der Veranstalter verkündete. Eine vom Camp geplante Mahnwache direkt vor der – derzeit wegen der Urlaubszeit leer stehenden – Kaserne in Planken wurde vom Oberverwaltungsgericht nicht genehmigt. Dieses Gericht hatte zwar die Allgemeinverfügung des Altmarkkreises Salzwedel teilweise gekippt und die Demonstrationsverbotsfläche auf einen Umkreis von 100 Meter rund um den Übungsplatz reduziert. Planken fällt aber in diese 100-Meter-Zone, sodass auch die Heidestraße das ganze Wochenende über für den zivilen Fahrzeugverkehr gesperrt blieb.

Parallel zur Mahnwache in Letzlingen versammelten sich am frühen Nachmittag auch Einwohner aus dem Heidedorf, um in Form eines Picknicks gegen „Gewalt und Sachbeschädigung“, mutmaßlich verursacht durch Camp-Teilnehmer (wir berichteten), zu protestieren. Kaum waren ihre Decken auf dem Heinrich-Heine-Weg ausgebreitet sowie die ersten Zuckerkuchenstücke und Quarkbällchen verteilt, kamen mehrere Antimilitaristen vorbei und begannen eine Diskussion, die schnell zum Teil unsachlich wurde. Die Elbdeiche seien an den falschen Stellen gebrochen, so ein Einheimischer zu den teils aus dem niedersächsischen Wendland angereisten Militärgegnern. Als die unter den drei Ordnern einen Mann mit einem T-Shirt „Nationaler Widerstand“ entdecken, fiel bald der Begriff „Faschos“. Nicht nur in Richtung des Ordners, sondern aller Letzlinger vor Ort: „Ihr seid ja widerlich.“

Die Polizei bat kurz darauf um ein Auseinandergehen der Parteien, was ohne weitere Verbalscharmützel dann auch geschah.

Von Stefan Schmidt

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