1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Gardelegen

Uwe Schulze aus Lindenthal stellt Altmärker Krähensterne her

Erstellt:

Von: Ina Tschakyrow

Kommentare

Mann mit Holzdeko
Uwe Schulze stellt Altmärker Krähensterne in seiner Werkstatt in Lindenthal her. © Ina Tschakyrow

Uwe Schulze stellt Altmärker Krähensterne her. Diese sollen Glück bringen. Die Idee dazu bekam der Lindenthaler im Sommer 2018, als er einen sehr alten Giebelspieß restaurieren sollte. 

Lindenthal – In die Werkstatt scheint die Sonne herein. Verschiedene Maschinen stehen herum. Auf dem Boden liegen feine Späne. In den Regalen steht verschiedenes Holz zum Verarbeiten. Hier stellt Uwe Schulze Altmärker Krähensterne her. „Ich könnte daran rund um die Uhr arbeiten“, sagt er lachend.

Inspiration von Giebelspießen

Inspiriert wurde der 55-Jährige dazu von Giebelspießen. Uwe Schulze erklärt, dass die verzierten, etwa ein Meter hohen senkrechten Holzbalken früher als Glücksbringer an den Giebeln von Häusern angebracht wurden. Das Haus sollte so vor Unheil und allen elementaren Gefahren wie zum Beispiel Hagel, Sturm und Feuer geschützt werden.

An einigen Fachwerkhäusern in der Altmark sind heute noch Giebelspieße zu sehen, beispielsweise in Jävenitz und Neuendorf am Damm, wie der Lindenthaler auf Fotos zeigt. In der Altmark – Giebelspieße gibt es von der Altmark bis in den Norden Deutschlands und in Dänemark – wurden die Holzbalken mit Lilien und Sternen verziert.

Oftmals sind aber nur noch die Befestigungslöcher der verzierten Holzbalken zu sehen, ergänzt Uwe Schulze, der im Sommer 2018 einen alten Giebelspieß, den er in seiner Arbeit – er ist gelernter Zimmermann – rekonstruieren sollte, erhielt. Wegen Witterungseinflüssen war nicht genau erkennbar, wie der Holzbalken einst verziert war. Die Spitze des Holzbalkens zierte eine Blüte, von welcher Blume war nicht sichtbar. Unter der Blüte war ein Stern. Diesen habe er, erzählt Uwe Schulze, über Kreuz gesägt und festgestellt, dass beim Ausarbeiten ein weiterer Stern in den Stern passen würde.

Erster Stern war Geschenk

Wenige Monate später, im Oktober, benötigte der 55-Jährige ein Geburtstagsgeschenk. Aus einem Stück Holz hat er seinen Stern im Stern ausgesägt. So entstand der erste Altmärker Krähenstern aus einer Astgabel von einem Nussbaum. Das Geschenk kam gut an und danach sägte er weitere Sterne und probierte aus, ob diese sich auch maschinell aussägen ließen.

Der Lindenthaler ist daraufhin zum Patentamt gefahren. Er hat sein Design der Altmärker Krähensterne schützen lassen. Damit darf nur Uwe Schulze in ganz Europa die Sterne herstellen und verkaufen. Für den Namen Altmärker Krähensterne entschied er sich, weil der Giebelspieß, der immer mit einem Stern verziert ist, auch Krähenstuhl genannt wird. Krähenstuhl war der erste Begriff, den der damals 21-Jährige hörte, als er von Magdeburg in die Altmark nach Lindenthal gezogen ist und einen Arbeitskollegen nach den Giebelspießen fragte, die Uwe Schulze damals an den Fachwerkhäusern aufgefallen sind, erzählt er, während er einige Modelle seiner Sterne zeigt.

13 mal 13 Zentimeter groß sind die von ihm angefertigten Sterne, die auch an Giebelspießen in dieser Größe sind. Mit verschiedenen heimischen Holzarten wie Buche, Eiche, Ahorn und Esche stellt er die Dekorationen in vier unterschiedlichen Größen her. Mehrere Variationen gibt es von den Sternen, beispielsweise auch ein Malteserkreuz. Diese können als Kerzen- oder Teelichthalter genutzt und in der kleineren Größe auch aufgehängt werden.

Weitere Dekorationen geplant

Derzeit arbeitet er auch an anderen Dekorationen aus Holz. Dazu hat der 55-Jährige sich eine eigene Maschine gebaut. Außerdem stellt er auch, wenn gewünscht, Giebelspieße her. Zuletzt hat er an zwei gearbeitet, an deren Spitze je eine Lilie und ein Stern sind. Er arbeitet daran nebenbei, auch die Sterne stellt er nach seiner Arbeit als Zimmermann her.

Die Altmärker Krähensterne verkauft er auf verschiedenen Märkten, vor allem zur Weihnachtszeit sind seine Dekorationen beliebt. Dazu gibt es einen Informationszettel, der die Bedeutung der Altmärker Krähensterne erläutert. In diesem Jahr plant er, einen Onlineshop zu eröffnen, um die Altmärker Krähensterne über die Region hinaus bekannt zu machen. Er möchte die Dekoration „in die Welt bringen“, und erzählt, dass seine angefertigten Altmärker Krähensterne sogar schon in Australien und Amerika in Häusern stehen.

Auch interessant

Kommentare