Mehr als 200 Menschen unterstützen auf Facebook geplante Gewerbeansiedlungen im Hanse Center

Unterschriften für Woolworth & Co. in Gardelegen

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Das Hanse Center in Gardelegen hat neben dem „Anker-Mieter“ Kaufland auch viel Leerstand. Eine Petition im Internet soll dafür sorgen, dass der Stadtrat einer Ansiedlung zustimmt.

Gardelegen. Gegen die mögliche Ablehnung von Gewerbeansiedlungen im Gardelegener Hanse Center regt sich Widerstand. Auf Facebook läuft seit Mittwoch eine Initiative, die Gardelegener Stadträte dazu zu bewegen, den geplanten Ansiedlungen zuzustimmen.

Bisher haben deutlich mehr als 200 Menschen diese Petition, gerichtet an Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig, unterschrieben.

Hintergrund: Fast die Hälfte der Ladenflächen im Hanse Center am Gardelegener Buschhorstweg steht derzeit leer. Im vergangenen städtischen Bauausschuss berichtete Yvonne Horitzky von der AOC Hausverwaltung GmbH aus Magdeburg über das Interesse von vier Geschäften, ins Hanse Center zu gehen. Darunter die amerikanische Kette Woolworth und der holländische „Action“-Discounter mit jeweils 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche – solche Größenordnungen kann die unter zunehmendem Leerstand leidende Gardelegener Innenstadt nicht bieten. Mit Hinweis auf das im vergangenen Jahr vom Stadtrat beschlossene Einzelhandelskonzept könnte es aber eine Ablehnung zumindest eines Teils der geplanten Gewerbeansiedlungen geben. Denn dieses Konzept sieht vor allem vor, die Innenstadt und ihre Geschäfte zu schützen. Und zwar, indem Konkurrenzgeschäfte am Stadtrand nicht neu eröffnet werden dürfen.

Im Klartext: Gibt es das Sortiment eines Neu-Interessenten bereits in der Innenstadt, ist eine Investition abzulehnen, um die Innenstadthändler zu schützen. So sehen dies der Gardelegener Gewerbeverein, die Industrie- und Handelskammer (IHK) und jene Firma, die das Einzelhandelskonzept erstellt hat, das der Stadtrat anschließend absegnete.

Diese Vorgehensweise kritisieren zahlreiche Facebook-Nutzer. Auszug aus einigen Kommentaren: „Stadtrat und Gewerbeverein schießen gegen alles, was die Bürger wollen.“ „Im Hanse Center sind wenigstens genügend Parkplätze.“ „Wo bitte sollen sich diese Geschäfte in der Innenstadt ansiedeln? Solche großen Geschäfte gibt es dort gar nicht.“ Eine „größere Auswahl an Geschäften in und um Gardelegen sorgt für eine Steigerung der Attraktivität der gesamten Stadt.“ Auch das Thema Arbeitsplätze – es wären wohl mehrere Dutzend – wird als Argument ins Spiel gebracht: „Mehr Arbeitsplätze bringen Aufschwung“, „Wir brauchen hier Arbeitsplätze.“

Die Facebook-Umfrage läuft noch bis zum 10. Juli.

Von Stefan Schmidt

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