Ärger in Letzlingen: Festival für Sonnabend mit zehn Bands genehmigt

„...und da hat die Stadt jetzt ein kleines Problem“

Das Kulturhaus und die angrenzende Poststraße in Letzlingen sollen am Sonnabend für ein Festival gesperrt werden. Viele Anwohner und auch Ortsbürgermeisterin Regina Lessing sind darüber empört.

Letzlingen. Aufregung in Letzlingen: Für Sonnabend ist im Kulturhaus eine Musikveranstaltung gebucht. Nicht irgendein Konzert. Sondern eine Art Festival.

Es nennt sich „Regionstreffen der Region Sachsen-Anhalt der Initiative Rückhalt“ und wirbt mit Handzetteln bei den Anwohnern für sich. Und dafür, dass am Sonnabend nicht nur das Kulturhaus genutzt wird, sondern auch ein Campingplatz vorhanden sei.

All das sorgt vor allem bei den Anwohnern an der Poststraße in Letzlingen für Ärger.

Betroffen zeigt sich auch Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing. An sie ist unlängst eine in Letzlingen wohnende Person herangetreten, berichtet sie, die das Konzert im Kulturhaus genehmigen lassen wollte. „Ich habe das abgelehnt und ihn an die Stadtverwaltung in Gardelegen verwiesen“, erinnert sich die Ortsbürgermeisterin. Folge: Das Konzert ist nun genehmigt.

„...und da hat die Stadt jetzt ein kleines Problem.“ Das sagt Hans Thiele, Dezernent in der Kreisverwaltung, über diese Genehmigung. Denn unklar ist, wie viele Besucher kommen. Es sollen angeblich mindestens mehrere hundert angekündigt sein. Gleich zehn Bands – von „Frei.Wild“ aus Südtirol über „Sündflut“, „Goitzsche Front“, „Loz Tinitoz“ bis „Zorn Winkler“ – werden angekündigt. Dies alles fast ausschließlich übers Internet. Nicht nur Thiele hält die Veranstaltung mitten im Dorf („Frei.Wild“ wirbt auf der eigene Internetseite mit dem Slogan „Schön wirds, eng wirds“) für überdimensioniert. Vor allem Regina Lessing wettert: „Das ist etwas unüberlegt genehmigt worden.“ Und zwar „am Grünen Tisch – sehr mutig.“ Sie selbst, so betont Regina Lessing, sei über die Erlaubnis von seiten der Stadt nicht informiert worden. „Und ich weiß nicht, ob das Kulturhaus das alles überlebt.“ Erst im Jahr 2010 hatte die damalige Gemeinde Letzlingen das Kulturhaus aufwändig saniert. Wenn jetzt aber von 14 Uhr nachmittags bis nachts um 3 Uhr – so die Ankündigung – mehrere Bands nacheinander auftreten, dann fürchtet sie um die Sicherheit im Ort. „Ich hoffe, dass das alles nicht eskaliert.“ Zumal mit dem angekündigten Campingplatz – auf dem Flyer heißt es „Inkl. Zelten, Parken und Abendprogramm“ – die Festwiese unweit des Letzlinger Jagdschlosses gemeint ist. Dort gebe es, so Regina Lessing, nur eine Wiese. Keinen Wasseranschluss, keinen Strom. Und dass am selben Wochenende das Letzlinger Dorffest mit dem Jubiläum des örtlichen Motorsportclubs (MSC) gefeirt wird, „das setzt der ganzen Sache noch die Krone auf“, so Regina Lessing kopfschüttelnd.

In der Gardelegener Stadtverwaltung war gestern zu diesem Thema niemand zu erreichen.

Von Stefan Schmidt

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