Bürgerbefragung in Jävenitz sorgt weiter für Diskussionen

„...und dann wissen wir, was los ist“

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In der ehemaligen Gemeinde Jävenitz, die seit 2011 keinen eigenen Ortschaftsrat mehr hat, soll es zu diesem Thema eine Bürgerbefragung geben. Doch der Hauptausschuss lehnte dies ab.

Gardelegen / Jävenitz. Die geplante Bürgerbefragung in der ehemaligen Gemeinde Jävenitz zur Frage, ob es wieder einen Ortschaftsrat geben soll, beschäftigte die Mitglieder des Gardelegener Hauptausschusses.

Während ihrer Zusammenkunft am Dienstagabend gab es am Ende ein Patt: Drei Mitglieder stimmten für diese Bürgerbefragung, drei andere waren – bei einer Enthaltung –dagegen. Somit lehnt der Hauptausschuss diese Umfrage ab, weil sich keine Mehrheit gefunden hat. Das letzte Wort hat nun der Gardelegener Stadtrat, der am Montag, 23. April, 19 Uhr im Rathaussaal tagt.

Gustav Wienecke (Gemischte Fraktion) kritisierte, dass die Verwaltung 1500 Euro, überwiegend für Portokosten, ausgeben wolle, „wo wir sonst um jeden Cent knapsen.“ Diese Umfrage scheine „nicht im Interesse der Bürger“ zu sein. Und er erwarte auch kein abschließendes Ergebnis. Wienecke erinnerte an die Diskussion um die Straßenbezeichnung für das Neubaugebiet in Jävenitz, als es am Ende drei unterschiedliche Vorschläge gab, über die die Stadträte zu befinden hatten.

Auch Rüdiger Wolf (Freie Liste / Feuerwehr) glaubt nicht, dass es Bedarf für einen Ortschaftsrat in Jävenitz gibt. Es gebe im Dorf „keine Debatte“ zu diesem Thema. Sein Verdacht: „Das geht von einer einzigen Stimme aus – und das scheint Rudi Wolski zu sein“. Wolski ist Stadtrat aus Jävenitz und Mitglied der CDU-Fraktion, die den Bürgerbefragungs-Antrag in den Stadtrat eingebracht hat. Fraktionsmitglied Viola Winkelmann erklärte dazu, dass es aus ihrer Sicht „nicht schlimm“ sei, 1500 Euro für diese Befragung auszugeben. „Wir haben da manchmal ganz andere Summen auf der Tagesordnung.“ Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig unterstützt die Bürgerbefragung für Jävenitz und Trüstedt ebenfalls: „Die Jävenitzer sagen uns ihre Meinung – und dann wissen wir, was los ist.“

Die Befürchtung von Gustav Wienecke: Wenn dann nur „zehn Prozent ihre Stimme abgeben“, habe man zwar ein Ergebnis. Das sei dann aber gewiss nicht repräsentativ.

Von Stefan Schmidt

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