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Rotationsärzte und Rufbereitschaft in Gardelegen

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Von: Stefan Schmidt

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Eingang Krankenhaus
Am Gardelegener Krankenhaus gibt es keine Kinderklinik mehr. © Stefan Schmidt

Wie geht es weiter mit der Kinderbetreuung im Gardelegener Altmark-Klinikum?

Gardelegen – Einen genauen Termin mochte Jürgen Richter nicht sagen. „Im Jahr 2023“, so gab er am Montagabend im Gardelegener Rathaussaal an, könne die Kooperation umgesetzt werden. Richter ist Geschäftsführer der Salus Altmark Holding gGmbH und saß während des Gardelegener Sozialausschusses neben dem Medizinischen Geschäftsführer der Altmark-Klinikum gGmbH, Dr. Michael Schoof, um den Mitgliedern des Fachausschusses den aktuellen Stand zur Kinderversorgung am Krankenhaus-Standort Gardelegen darzulegen. Dort gibt es keine Kinderklinik mehr. Und es wird wohl auch keine Kinderklinik im klassischen Sinne mehr kommen.

„Anders“ werde man an die Sache herangehen müssen, erläuterte Richter. Aber immerhin sei das „besser als nichts“. Anders, das bedeutet: Der Standort Gardelegen soll mit zwei Krankenhäusern in der Landeshauptstadt Magdeburg kooperieren, nämlich der Uni-Klinik und dem städtischen Klinikum. Mehrere „Rotationsärzte“ sollen sich auch um kranke Kinder aus dem Raum Gardelegen kümmern. Am Standort an der Ernst-von-Bergmann-Straße in Gardelegen soll „eine kleine Anzahl von Betten“ für Kinder vorgehalten werden – auf Nachfrage konkretisierte Richter, dass es sich „um vier bis acht Betten“ handeln solle. Die kleinen Patienten sollen dann von Mitarbeitern einer Rufbereitschaft betreut werden. Richter sprach von „120 Diensten“ pro Jahr, die diese Bereitschaft nach jetzigem Stand leisten müsse. Dafür fehle aber aktuell noch das Personal, räumten Richter und Schoof ein. Deshalb könne man derzeit noch nicht seriös sagen, ab wann die drei Kooperationspartner konkret zusammenarbeiten würden. Richter sprach dennoch von einer „sehr guten Versorgungsidee“, die man umzusetzen versuche.

Dies sehen Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher und die Vorsitzende des Sozialausschusses, Sandra Hietel-Heuer – sie ist auch Landtagsabgeordnete – ähnlich. Es gebe mit der Salus eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“, bekräftigte Mandy Schumacher. Und der Salus-Geschäftsführer ergänzte: Auch wenn man personell noch nicht Vollzug melden könne, so Jürgen Richter, sei man „weiter als noch vor einigen Monaten“.

Mit dabei bei der Sitzung des städtischen Sozialausschusses war Landrat Steve Kanitz. Auch wenn der Kreis bei der Umsetzung des Kooperationsmodells nicht direkt im Boot sitze, so erklärte er, werde die Kreisverwaltung das Vorhaben positiv begleiten. Denn „natürlich wollen wir das alles so schnell wie möglich umsetzen“.

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