Wasserverbands-Versammlung beschließt einstimmig Preiserhöhung

Erstmals seit drei Jahren: Das Trinkwasser in Gardelegen wird teurer

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Trinkwasser

Gardelegen. In den vergangenen drei Jahren blieb der Preis für Trinkwasser unverändert. Doch ab dem nächsten Jahr wird Wasser teurer. Das hat die Verbandsversammlung des Gardelegener Wasserverbandes bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen. Und zwar einstimmig.

Konkret: Der Kubikmeterpreis für Trinkwasser steigt um 17 Cent auf 1,32 Euro (siehe Info-Kasten rechts). Der aktuelle Preis liegt bei 1,15 Euro. Laut Wasserverbands-Geschäftsführerin Katja Rötz bedeutet dies für einen Vier-Personen-Haushalt, der in einem Einfamilienhaus lebt, eine durchschnittliche Preissteigerung von etwas mehr als 100 Euro pro Jahr. Diese Steigerung hängt aber natürlich vom tatsächlichen Wasserverbrauch ab. Für einen Zwei-Personen-Haushalt in einem Neubaublock läge die Preissteigerung bei durchschnittlich knapp 34 Euro. Betroffen davon sind etwa 31.500 Haushalte, die der Gardelegener Wasserverband mit Trinkwasser versorgt.

Erstmals seit zwei Jahrzehnten, genau seit 1998, wird auch der Schmutzwasserpreis erhöht. Aktuell liegt er bei 2,43 Euro pro Kubikmeter. Ab 2018 beträgt er 2,78 Euro.

Auch die Grundgebühren steigen. Beim Trinkwasser von aktuell vier Euro auf fünf Euro, beim Schmutzwasser von drei auf fünf Euro, jeweils pro Monat.

Katja Rötz begründet diese Preissteigerungen mit mehreren Faktoren. So reagiere der Wasserverband „auf stetig steigende Kosten in fast allen Bereichen.“ Dazu gehören vor allem „stark gestiegene Preise im Bau- und Dienstleistungsbereich.“ Auch die Lohnkosten sind nicht unerheblich. Sie sind in den vergangenen 15 Jahren um satte 51 Prozent gestiegen, was Mehrkosten von 806.000 Euro ausmacht. Der Gardelegener Wasserverband mit seinen derzeit 41 Beschäftigten ist tariflich an den öffentlichen Dienst gebunden.

„Seht zu, wie Ihr das entsorgt“

Ein weiterer Grund für die Anhebung der Wasserpreise sind die Mehrkosten beim Klärschlamm. Die gesetzliche Regelung sei verschärft worden, so dass Klärschlamm kaum noch auf landwirtschaftliche Flächen entsorgt werden kann. Dies müsse nun der Wasserverband übernehmen, so Katja Rötz. „Man lässt die Wasserverbände von Seiten der Politik allein unter dem Motto: Seht zu, wie Ihr das entsorgt“, kritisiert die Geschäftsführerin. „Uns bleibt dann nichts anderes übrig, als die Kosten auf den Bürger umzulegen.“ Die Klärschlammkosten sind innerhalb der vergangenen sechs Jahre um das Dreifache gestiegen. Die daraus resultierenden Mehrkosten liegen bei 206.000 Euro.

Die von den Mitgliedern der Verbandsversammlung beschlossenen neuen Trinkwasser- und Schmutzwasserpreise gelten für die nächsten drei Jahre.

Von Stefan Schmidt

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