Clean-up-Woche soll nächstes Jahr wieder in der Einheitsgemeinde stattfinden

5,8 Tonnen Müll weniger in Gardelegens Natur

+
Die Kita „Sonnenschein“ beteiligte sich an der Clean-up-Woche, die in der Gardelegener Einheitsgemeinde vom 14. bis 23. September stattfand.

Gardelegen – Insgesamt 5,8 Tonnen Müll wurden während der Clean-up-Woche gesammelt. Reifen, Autositze, Glas, Folien, Papier, Bauschutt und viel anderen Müll suchten die Kinder und Jugendlichen mit erwachsenen Helfern in der Einheitsgemeinde Gardelegen auf.

Die Kinder- und Jugendfeuerwehren aus Gardelegen, Solpke, Jeseritz, Wiepke, Mieste, Dannefeld, Jävenitz, Miesterhorst und ELBA (Estedt, Laatzke, Berge und Ackendorf) begannen am Sonnabend, eine Woche vor dem offiziellen World-Clean-up-Day, der am 21. September stattfand, und starteten damit die Clean-up-Woche in der Einheitsgemeinde (AZ berichtete).

Frederike Macht (links) und Marion Biesecke vom Reutter-Hort sammelten gemeinsam Müll ein.

In dieser Woche machten die Jävenitzer Grundschule, die Wander-Grundschule, die Grundschule in Letzlingen und die Fünftklässler der Miester Sekundarschule, Kinder der Kinderkirche mit Pfadfindern sowie der Reutter-Hort, der Goethe-Hort und die Kitas sowie Horte in Lindstedt, Mieste und Solpke und die Kitas „Zwergenland“, „Spatzennest“, „Krümelkiste“ und „Sonnenschein“ in Gardelegen, Miesterhorst, Estedt/Berge, Jeseritz und Letzlingen mit.

Diese Zigaretten suchten Schüler der Letzlinger Grundschule auf der Motocross-Strecke auf.

Gesammelt wurde Müll unter anderem an Straßenrändern, auf Parkplätzen oder in den Wäldern, erklärte Anja Baumann während der gestrigen Auswertung in der Deponie Lindenberg. Die Stadtkinderfeuerwehrwartin leitet das Projekt, das im vergangenen Jahr mit der Kinder- und Jugendfeuerwehr in Jeseritz startete und von der Hansestadt, den Wirtschaftsjunioren Altmark und der Deponie GmbH des Altmarkkreises Salzwedel gemeinsam organisiert wird.

In diesem Jahr wurde aus einem Tag eine ganze Woche. Viele Kindereinrichtungen haben diese Zeit dazu genutzt, sich mit dem Thema intensiv zu befassen und eine Projektwoche gestaltet, wusste Anja Baumann. In der Lindstedter Kita haben die Kinder zwei Wochen lang die Verpackungen von Lebensmitteln in ihren Brotdosen gesammelt. Das wurde den Eltern anschließend bei einem Elternabend gezeigt. Diese Kita, ebenso die Einrichtungen in Estedt/Berge und Mieste, waren jeden Tag unterwegs und haben Müll gesammelt, berichtete Anja Baummann.

Die Leitungen der Einrichtungen haben ihr erzählt, dass die Kinder mit Eifer dabei waren und bestürzt darüber, dass Menschen den Müll einfach in der Natur entsorgen. „Die Kinder haben verstanden, dass so etwas nicht gemacht werden darf“, so Anja Baumann weiter. Stadtmitarbeiterin Nadine Kuhle, die gestern Bürgermeisterin Mandy Schumacher vertrat, hofft, dass durch das Projekt die Kinder auch andere Menschen ansprechen, wenn diese Müll einfach in der Natur entsorgen.

Zumal viel von dem Müll, der in der Umwelt landet und bei der Clean-up-Woche aufgesucht wurde, auch kostenlos bei der Deponie Lindenberg abgegeben werden kann, informierte Steffen Romatschke, der Leiter der Deponie Lindenberg, wo die vielen Müllsäcke hingefahren und sortiert wurden. Dort konnten sich die Kinder und Jugendlichen am Sonnabend, als das Projekt startete, auf dem Gelände umsehen und schauen, wie viele Müllsäcke gesammelt worden sind. „Die Kinder waren stolz“, wusste Anja Baummann, so viel Müll aufgesucht zu haben.

Aufgeräumt wurde auch der Parkplatz „Am Lanken“ bei Jävenitz. Einen Tag später sah es allerdings dort wieder genauso aus, wie vor dem Müllsammeln, berichtete Stefan Wolf. „Das war für die Kinder sehr deprimierend“, so Anja Baumann. Da müsse sich dann auch keiner wundern, wenn die Müllgebühren irgendwann wieder steigen, erklärte Steffen Romatschke. Denn dieser Müll wird von Mitarbeitern aufgesammelt, die Kosten tragen alle Bürger. Er könne nicht verstehen, warum Müll zum Beispiel in den Wäldern entsorgt wird und nicht bei der Deponie.

Mit der Clean-up-Woche sind die Organisatoren auf große Resonanz gestoßen. Mitgemacht haben 1100 Mädchen und Jungen sowie 400 erwachsene Helfer, darunter Betreuer der Kinder- und Jugendwehren, Erzieher, aktive Feuerwehrkameraden, Lehrer und Jäger des Reviers Lindenthal, die dort Müll sammelten. Dazu gab es Anfragen aus Klötze, Kalbe und Stendal von Menschen, die sich ebenfalls beteiligen wollten. Deswegen soll das Projekt im nächsten Jahr eventuell ausgeweitet werden, informierte Anja Baumann. Der Termin steht schon fest. Der World-Clean-up-Day findet am 19. September 2020 statt. Er soll wieder mit den Kindern veranstaltet werden, stellt sich Stefan Wolf vor, „wegen der Nachhaltigkeit“ – damit die Kinder über die Müllproblematik aufgeklärt werden, wissen, wie dieser richtig entsorgt oder sogar vermieden wird.

VON INA TSCHAKYROW

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare