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Tim Weber, Fachangestellter für Bäderbetriebe, gibt Einblicke in das Potzehner Badegeschehen

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Von: Lea Weisbach

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Bademeister vor Tafel.
Im Potzehner Freibad können die Gäste die Temperaturen ablesen. © Lea Weisbach

In der Hansestadt Gardelegen wurden in der vergangenen Woche bis zu 38 Grad gemessen. Wie Badegäste sich bei der Hitze verhalten sollten, erklärte Tim Weber, Fachangestellter für Bäderbetriebe.

Potzehne - „Jürgen“ brachte uns in der vergangenen Woche schon bis zu 40 Grad. Und auch das Hochdruckgebiet „Lebrecht“ ließ die Temperaturanzeige am Sonntag und Montag in die Höhe schnellen. Dies zeigte deutlich, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Umwelt hat. Es gab unter anderem diverse Wald- und Ackerbrandnachrichten. Aber auch auf die Gesundheit schlägt sich die Hitze- und Sonnenbelastung aus. Kreislaufprobleme sind dabei keine Seltenheit. Besonders Ältere, Vorerkrankte, Schwangere und Kleinkinder sind gefährdet. Auch die Sonne kann beim Aufenthalt im Freien zum Gefahrenschwerpunkt werden. Hitzschlag, Sonnenbrand, erhöhte Hautkrebsgefahr sind nur einige Aspekte, die bedacht werden sollten.

23,5 Grad Wassertemperatur

Um sich Abkühlung zu verschaffen, zog es viele Menschen in der vergangenen Woche in die Freibäder – auch bei 38 Grad Lufttemperatur, wie Tim Weber, Fachangestellter für Bäderbetriebe bei der Hansestadt Gardelegen, erzählte. „Das Wasser im Becken hatte am Mittwoch 23,5 Grad“, fügte er hinzu. Der 22-Jährige ist in dieser Saison im Potzehner Freibad im Einsatz und überwacht unter anderem den Badebetrieb und die Badegäste. „Der Mittwoch war der besucherstärkste der heißen Tage in Potzehne“, berichtete Tim Weber, wobei knapp 350 Personen zu verzeichnen waren. Im Erlebnisbad in Zienau waren am Dienstag und auch am Mittwoch jeweils an die 1000 Besucher vor Ort. Auch das Zichtauer Waldbad war sehr gut besucht.

Die heißen Tage seien in Potzehne ohne jegliche Hitzevorfälle abgelaufen, erklärte der Fachangestellte erleichtert. Doch „wer noch einen schattigen Platz finden wollte, musste schon ein bisschen suchen“, erklärte er. Denn besonders zwischen 14 und 20 Uhr – in der Sommerferienzeit hat das Freibad von 12 bis 20 Uhr geöffnet– „war richtig was los“.

Ausreichend trinken, schattige Plätze

Innerhalb seiner Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe, die er von 2018 bis 2021 bei der Stadt Gardelegen absolvierte, wurde er auch in Notfallsituationen ausgebildet. Um diese jedoch zu umgehen, hat der 22-Jährige einige Tipps. „Wer sich kreislaufmäßig nicht wohlfühlt, sollte an solch heißen Tagen nicht ins Wasser gehen“, erklärte Tim Weber. Wichtig sei, ausreichend zu trinken und nach dem Baden sofort wieder einen schattigen Platz aufzusuchen. Für Sonnenstiche seien besonders Kinder anfällig. „Auf das Tragen von Kopfbedeckungen ist zu achten“, so der Bademeister. Außerdem weise er die Badegäste stets darauf hin, sich zunächst abzuduschen, bevor sie ins Wasser gehen, um den aufgeheizten Körper an die kühle Temperatur des Wassers zu gewöhnen. „Aber das klappt insgesamt sehr gut“, freute sich Tim Weber über das Verständnis der Besucher. Er selbst würde während seiner Arbeitszeit vermehrt seinen Kopf abkühlen, um die Temperaturen auszuhalten.

Außerdem sei auf Kinder ohne Schwimmflügel in der Nähe des Schwimmerbereichs zu achten. „Da gilt es besonders aufzupassen und alle im Blick zu haben“, fügte der Fachangestellte hinzu. Sonst habe es in dieser Saison nur vereinzelt Fälle von Verletzungen gegeben, bei denen nur mal ein Pflaster gebraucht wurde.

Regelmäßige Überprüfung des Regenradars

Doch nicht nur zu viel Sonne und Hitze kann für Badegäste gefährlich werden. Auch bei Gewitter und schlechtem Wetter gibt es eindeutige Regelungen für den Bäderbetrieb. „Ich überprüfe regelmäßig über das Regenradar, ob Gewitterzellen zu erwarten sind“, informierte Tim Weber. In Zienau, wo der 22-Jährige in der vergangenen Saison arbeitete, sei ein Gewitter schon von Weitem zu erkennen – in Potzehne nicht. Hier tauchen Gewitterwolken plötzlich hinter dem Wald auf. Dann handele der Bademeister schnell. Sobald „es grummelt, müssen die Gäste das Becken sofort verlassen“, so der Bademeister. Dies funktioniere allerdings meist von selbst, nur die Wenigsten müssten gebeten werden, aus dem Wasser zu gehen. Bei Regen gibt es kein Badeverbot. Bei warmen Temperaturen schwimmen viele Personen einfach weiter – „da machen ein paar Tropfen von oben dann auch nichts mehr aus“, schmunzelt der Fachangestellte.

Neben der Überwachung des Badebetriebs ist Tim Weber jedoch auch noch für viele weitere Aufgabenfelder zuständig. Er kümmert sich unter anderem um das Becken, die Außenanlagen, Gebäude und Geräte – vor, während und nach den Öffnungszeiten. Außerdem gibt er Schwimmkurse. Nach der Saison, ab Mitte September bis Mitte Mai, würde er seine Überstunden abarbeiten und Urlaub nehmen. Da müsse er nur vereinzelt im Freibad sein. Bis dahin freut sich der 22-Jährige jedoch über viele weitere Gäste im Potzehner Freibad.

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