Tiere wurden noch gerettet

Tierzelt vom Zirkus Maximus in Miesterhorst bricht unter Schneemasse ein

Familie Weisheit vor den Trümmern: Das Tier- und Trainingszelt ist nicht mehr zu gebrauchen. Elf Kameraden der Feuerwehr Miesterhorst halfen am Nachmittag beim Bergen der Plane und Metallstangen.
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Familie Weisheit vor den Trümmern: Das Tier- und Trainingszelt ist nicht mehr zu gebrauchen. Elf Kameraden der Feuerwehr Miesterhorst halfen am Nachmittag beim Bergen der Plane und Metallstangen.

Als Renaldo Weisheit am Freitagmorgen das Winterquartier in Miesterhorst verließ, war die Welt noch einigermaßen in Ordnung.

Miesterhorst – Der Direktor vom Zirkus Maximus hatte sich auf den Weg in Richtung Niedersachsen gemacht, um bei den Landwirten der Region Heu, Stroh und Hafer für seine etwa 40 Tieren zu besorgen.

Sein Sohn Angelo und Neffe Patrick hatten an diesem Tag Stalldienst. „Am späten Nachmittag erreichte mich per Telefon von meiner Familie ein Hilferuf. Vor Ort Schneechaos. Ich war mir der schwierigen Situation anfangs gar nicht so richtig bewusst, da es bei uns nur ein bisschen regnete. Erst hinter Braunschweig und Wolfsburg, wo die Straßensituation sich als sehr schwierig gestaltete, konnte ich mir vorstellen, was wirklich Phase ist“, sagte Renaldo Weisheit. Sein Sohn teilte ihm mit, dass die Schneemassen nicht in Griff zu bekommen sind und das Tier- und Trainingszelt drohe, unter der Schneelast einzustürzen. Zu diesem Zeitpunkt waren in dem 16 mal 16 Meter breiten und 7,50 Meter hohen Zelt Lamas, Ziegen und Kleintiere sowie verschiedene Trainingselemente untergebracht. Auch eine Heizung für die afrikanischen Steppenzebras, die zum Wohlfühlen der Tiere auf 18 Grad Celsius gestellt wird.

Die Kamele genießen den Schnee im Freigehege, in das sie Renaldo Weisheit (l.) und Neffe Patrick brachten.

„Das Zelt, das wir eigentlich auf Tournee mitnehmen, ist wichtig, um unsere Tiere ordnungsgemäß unterbringen zu können. Zurzeit bewegen wir da die Tiere und auch unsere Artisten halten sich körperlich fit. Das ist trotz Corona sehr wichtig. Ich sagte zu meinem Sohn nur, Tiere bergen und dann versuchen, alle Hilfsmittel und Trainingselemente in Sicherheit zu bringen, Plane aufschneiden, Seitenwände und Seile durchtrennen. Wenig später knallte es dann auch schon und alles lag in Trümmern. Gott sei Dank ist niemand personell zu Schaden gekommen“, sagte erleichtert Ronaldo Weisheit, der den Schaden auf 15 000 bis 20 000 Euro schätzt.

Ob die Versicherung dafür aufkommt, wird sich in den kommenden Tagen klären. „Wir mussten zwangsläufig, der aktuellen Situation geschuldet, den Betrieb herunterfahren, einige unserer Autos abmelden und Versicherungen kündigen. Wir haben schon einige schlaflose Nächte hinter uns. Erst gerade sind wieder einige Rechnungen, die bezahlt werden müssen, eingegangen“, so der Zirkuschef. Deshalb wäre die Maximus-Zirkusfamilie über jede Hilfe aus der Bevölkerung dankbar. Geld- und Futterspenden können unter der Handynummer 01 63 2 89 55 01 angemeldet werden. „Hoffentlich können wir bald wieder loslegen und Jung und Alt mit unseren Darbietungen erfreuen. Denn je länger sich der Neustart verzögert, umso mehr kostet er Geld“, sagte Renaldo Weisheit.

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