Test-Farbanstrich ist etwas zu dunkel

Gemeindekirchenratsmitglied Dirk Schütze (l.) diskutierte mit den Gottesdienst-Besuchern über die bevorstehende Sanierung.

Miesterhorst - Von Stefan Schmidt. Die Außensanierung der Miesterhorster Kirche ist abgeschlossen. Was nun noch folgt, sind Veränderungen innerhalb der Mauern. So ein neuer Farbanstrich, der sich an den Originalwänden orientieren soll.

Die Gottesdienst-Besucher am Sonntag durften mitdiskutieren.Als Klaus Cibulski, der Vertretungspfarrer der Kirchengemeinde Mieste, am Sonntag nach rund einer Dreiviertelstunde seinen Gottesdienst beendet hatte, zog er sich etwas zurück. Der Mann aus dem Sauerland, der momentan den eigentlichen Pfarrer vor Ort, Ronald Smorodinzeff, vertritt, überließ das Wort unter anderem Dirk Schütze. Der einstige Miester Bürgermeister ist Mitglied im Gemeindekirchenrat und als solcher vor allem für bauliche Tätigkeiten zuständig. Schütze holte sich im Anschluss an den sonntäglichen Gottesdienst die Meinungen vieler Besucher ein, was die Innensanierung des Gotteshauses angeht.

Konkret geht es um den Farbanstrich für die Wände. Die Denkmalschützer, die in die Sanierung eingebunden sind, haben den Original-Farbanstrich buchstäblich aufgedeckt. Und dabei zwei Farbtöne aus vergangenen Jahrhunderten zum Vorschein gebracht, nämlich Ocker und Hellblau. Beide Farben sollen nach dem Willen der Denkmalschützer wieder in der Miesterhorster Kirche zu sehen sein. Doch nach den Vorstellungen der Miesterhorster, die am Sonntag ins Gotteshaus gekommen waren, bitte nicht ganz so, wie derzeit auf einer Testwand aufgemalt. „Viele empfinden die Ockerfarbe als zu dunkel“, fasste Schütze die Meinungen zusammen. Die Befürchtung: Die komplette Kirche, sehr pittoresk eingerichtet, könnte dann zu düster wirken.

Die Entscheidung über die Farbgestaltung im Inneren der Miesterhorster Kirche fällt der Gemendekirchenrat, dem Dirk Schütze seit vielen Jahren angehört. Dies natürlich in Absprache mit dem Denkmalschutz. Schütze wird die Ansicht der Miesterhorster mit in dieses Gremium hineintragen. Noch in diesem Monat, so kündigte er an, werde der Gemeindekirchenrat tagen, um sich zum Farbanstrich zu äußern. Die Sanierungsarbeiten selbst sollen dann Ende August, nach der erfolgten Ausschreibung, starten. Ziel sei es, so berichtete Dirk Schütze, dass die Innensanierung bis Weihnachten abgeschlossen ist.

Das Miesterhorster Gotteshaus, so erzählte am Sonntag unter anderem Wilhelm Tippe, der fast 50 Jahre lang Mitglied im Gemeindekirchenrat war, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Am 31. Mai 1721 errichtet, gab es auf den Tag genau zwei Jahrhunderte später, am 31. Mai 1921, eine Erweiterung: Das Gotteshaus wurde um vier Meter vergrößert, zwei neue Fenster kamen hinzu. Sie sind heute noch Bestandteil der Kirche. Einst wurde auch die Empore erweitert – später aber wieder zurückgebaut, weil die Kirche zu klein wirkte. Und: Bis 1955 existierte am oberen Ende der Kirchenwände sogar ein Sternenhimmel, der im Laufe der Jahre, wie vieles andere auch, übermalt wurde.

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