Bundeswehr zieht Bilanz nach „Aktionstag“ des Antimilitaristischen Camps / Steine in der Tasche

„Teilweise sinnfreie Parolen“

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Oberst Gunter Schneider, der Leiter des Gefechtsübungszentrums, vor Parolen der Militärgegner im „Verfügungsraum II“ bei Hottendorf.

Letzlingen. 25 000 Fußballfelder. So groß ist das Areal des Truppenübungsplatzes Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide. Es handelt sich somit um die größte unbewohnte Fläche in ganz Deutschland.

„Ein solches Areal können wir nie komplett bewachen“, sagt Oberst Gunter Schneider, der Leiter des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) des Heeres in Letzlingen. Am Sonnabend, beim „Aktionstag“ des Antimilitaristischen Camps, gelangten vereinzelt kleinere Gruppen („Meist vier bis fünf Personen“) auf den Truppenübungsplatz.

Das Wichtigste für die Bundeswehr: „Der Übungsbetrieb kann hundertprozentig fortgesetzt werden.“ Und zwar ab Montag, wenn ein Offiziers-Lehrgang aus dem niedersächsischen Munster im GÜZ stattfindet. Was am Wochenende passiert ist: An mehreren Stellen gab es Schmierereien, wie am Flugplatz „Heidanien“ oder im „Verfügungsraum II“ Hottendorf. Schneider schaut auf die Kritzeleien und wundert sich: „Ein bisschen mehr Niveau hätte ich von denen schon erwartet.“ Denn Sprüche wie „Krieg dem Krieg“ und „Intifada“ – ein Kampfbegriff der Palästinenser – hält er für „teilweise sinnfreie Parolen“.

Bei glühender Hitze (Schneider: „Wir hatten Befürchtungen, dass einige der Militärgegner auf unserem Gelände zusammenklappen“) gelangten einige Demonstranten bis in die Mitte des Truppenübungsplatzes vor. Bis sie von Soldaten entdeckt und abgeführt wurden. „Einige hatten Steine in ihren Hosentaschen dabei – und es waren keine Kieselsteine“, so Schneider. Man bot den Eindringlingen direkt nach ihrer Ergreifung sogar Wasser an. „Was viele auch angenommen haben, einige haben sich sogar ausdrücklich bei uns dafür bedankt.“ Man habe von Seiten der Demonstranten wohl nicht mit einer derartig menschlichen Geste gerechnet.

Von Stefan Schmidt

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