„Teilweise dramatisch“

Beim Sachsen-Anhalt-Tag vor knapp zwei Wochen war Gardelegen richtig voll. Aktuell ist die Einwohnerzahl in der Kernstadt aber erstmals auf weniger als 11 000 geschrumpft. Foto: Schmidt

Gardelegen. 10 984. Diese Zahl sei „teilweise alarmierend“, sagt Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. Denn so viele Menschen leben aktuell in der Kernstadt Gardelegen. Fuchs legte gestern die neueste Einwohnerstatistik für die gesamte Stadt Gardelegen vor.

Stichtag: 30. Juni 2011. Und die besagt, dass es im eigentlichen Stadtgebiet erstmals weniger als 11 000 Menschen gibt. Vor einem Jahrzehnt waren es noch rund 12 000 Einwohner. Ein Verlust also von rund 1000 Menschen innerhalb eines Jahrzehnts.

Es gibt, so deutet der Bürgermeister die Zahlen, vor allem zwei Gründe für den Bevölkerungsrückgang: Viele Wegzüge und wenige Geburten. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verließen 378 Menschen das Gardelegener Stadtgebiet. Zugezogen sind hingegen nur 281.

Noch drastischer sieht die Lage bei der Geburten- und Sterberate aus. Kamen im ersten Halbjahr 2011 genau 80 junge Erdenbürger hinzu, so starben im selben Zeitraum mehr als doppelt so viele Menschen, nämlich 169. Diese Tendenz „nimmt teilweise dramatische Züge an“, interpretiert Fuchs die Zahlen.

Doch nicht nur in der Kernstadt gibt es einen Bevölkerungsrückgang. Auch in den Ortsteilen wohnen immer weniger Menschen. Von den 28 ehemaligen Umland-Gemeinden verzeichnen 22 einen Rückgang. Nur sechs Dörfer haben im ersten Halbjahr 2011 zugelegt, aber jeweils nur sehr gering. Es sind dies Sachau (plus 1), Schenkenhorst (plus 3), Seethen (plus 2), Berge (plus 3), Hemstedt (plus 3) und Jävenitz (plus 4).

Die in absoluten Zahlen meisten Einwohner hat die einst größte Umlandgemeinde Mieste verloren: 35. Prozentual am schlechtesten steht Wannefeld da: Es gab seit Jahresbeginn einen Bevölkerungsrückgang von 4,6 Prozent.

Von Stefan Schmidt

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