Gutshof-Besitzer Hasso von Blücher hat „hochtrabende Pläne“ und will Nonsens-Dichtung fördern

Tandaradei und „Latente Talente“

Hasso von Blücher, der Besitzer des Gutshofes in Zichtau, hat viel mit Zichtau und der Altmark vor: „Diese Ziele sind nicht aus einem Delirium heraus entstanden.“ Foto: Schmidt

Zichtau. Er sei noch gar nicht mit seinem Manuskript fertig, kokettierte Hasso von Blücher ein wenig, als ihn Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs ans Mikrofon bat.

Der Quasi-Gastgeber des Neujahrsempfangs der Stadt Gardelegen, der am Freitagabend im ehemaligen Rinderstall des Gutshofes in Zichtau stattfand (wir berichteten), durfte auch ein paar Worte an die 150 Anwesenden sagen. Der 71-Jährige erzählte, was er so alles auf dem Gutshofgelände plane. Von einem Hotel mit 40 Doppelzimmern, einem Restaurant und einer riesigen Bibliothek („Wer dort nichts findet, gehört zu den institutionellen Analphabeten in unserem Land“) sprach der in Celle geborene und teilweise in Zichtau aufgewachsene Geschäftsmann, der nach der Wende das Gutshof-Areal kaufte und eine Million Euro in seine „Stiftung Zukunft Altmark“ steckte. „Ich bin Eigentümer der Bad Bank von Zichtau“, so von Blücher, über den einst heruntergekommenen Gutshof, der nach und nach aufgepäppelt.

Mehr noch: Hasso von Blücher plant diverse kulturelle Aktivitäten. So will er „Tandaradei“ ins Leben rufen, Das Wort ist eine Abkürzung und steht für „Teutsche Akademie für Nonsens-Dichtung, abgedrehte Rhetorik, Arbeit, Durst, Erkenntnis, Interesse.“ Dabei „handelt es sich nicht um einen Aprilscherz“, so Gutshof-Projektleiter Magnus Staehler, schmunzelnd. Die Sache sei ernst gemeint. Denn Hasso von Blücher, nach eigenen Worten ein glühender Verfechter der Nonsens-Dichtung und des Schüttelreimes, trug einige seiner selbst verfassten Reime vor und schüttelreimte auch einen Wettbewerb aus dem Hut, der da „Latente Talente“ heißen soll. Altmärkische Künstler jeglicher Gattung und Richtung sollen sich in Zichtau dem Publikum stellen und spaßeshalber um einen Talente-Preis wetteifern.

Er habe zwar „hochfliegende Pläne“ mit Zichtau und der Altmark, so Hasso von Blücher. Aber er ist sich sicher: „Wenn von meinen 20 Ideen auch nur zwei in die Tat umgesetzt werden, dann ist das viel.“

Für den Gutshof in Zichtau kündigt er an: „Wir werden garantiert mehr als nur zwei Ideen umsetzen.“ Denn, so erklärt Hasso von Blücher, „wir werden nicht aufhören zu träumen, bis das Werk gelungen ist.“

Von Stefan Schmidt

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