Stadträte, die künftig ausschließlich digital arbeiten, erhalten einmalige Prämie

Tablet oder Bleistift?

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Wer künftig seine Ratsarbeit in Gardelegen digital erledigt und auf Relikte wie den Bleistift verzichtet, der soll eine einmalige Ausgleichszahlung über 300 Euro erhalten.

Gardelegen. Noch herrscht das klassische Bild vor: Ein politischer Mandatsträger kommt zu einer Sitzung, setzt sich hin, packt seine Unterlagen aus – und legt jede Menge Papier auf den Tisch. Beschlussvorlagen, Mitteilungsvorlagen und Ähnliches.

Allein die neue Risikoanalyse für die Feuerwehren im Gardelegener Stadtgebiet umfasst 121 geschriebene Seiten, dazu jede Menge Grafiken. All das verschlingt Papier und für die Verwaltungs-Mitarbeiter Arbeitszeit.

Deshalb soll es beim nächsten Gardelegener Stadtrat einen Grundsatzbeschluss geben. Es geht um die „Einführung der digitalen Gremienarbeit“. Soll heißen: Mehr als bisher sollen die Stadträte und Ortsbürgermeister ihre Informationen elektronisch erhalten. Das spare nicht nur Papier, heißt es in der Begründung unter der Rubrik „Vorteile“. Das mache die Arbeit der Kommunalpolitiker auch örtlich unabhängig und reduziere die Kosten für Druck, Material und Versand. Im Gardelegener Rathaus rechnet man mit jährlichen Minderausgaben von etwa 20.000 Euro.

Dafür gibt es aber eine neue, wenn auch einmalige Ausgabe. Denn wer sich tatsächlich dazu entschließt, ausschließlich digital zu arbeiten oder dies schon tut – zehn der 36 Stadträte erhalten jetzt schon rein elektronische Übersendungen –, der erhält, so sieht es der Beschluss vor, einen einmaligen Zuschuss von 300 Euro. Denn die städtischen Unterlagen werden ja von privaten Geräten aus genutzt. Diese Zuwendung ist gedacht „für die Anschaffung eines Tablets oder für die Nutzung eines vorhandenen Gerätes“.

Diese Regelung soll nicht nur für die 36 Gardelegener Stadträte gelten, sondern darüber hinaus auch für die maximal 29 Ortsbürgermeister, die maximal 21 sachkundigen Einwohner sowie für jede der sieben Stadtrats-Fraktionen.

Eingeführt werden soll die digitale Gremienarbeit mitsamt der einmaligen Prämie im neuen Gardelegener Stadtrat, der im nächsten Jahr gewählt wird.

Von Stefan Schmidt

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