Köcktes Ortsbürgermeisterin tritt zur Wiederwahl im Januar nicht mehr an / „Man erreicht nichts mehr“

Sylvia Deneke: „14 Jahre sind genug“

Köcktes Ortsbürgermeisterin Sylvia Deneke (hinten) wird für das Amt nicht wieder kandidieren. Das erklärte sie während der Ortschaftsratssitzung am Donnerstagabend. Foto: Schmidt

Köckte. Vor sieben Jahren, nach Beendigung ihrer ersten Amtszeit, wollte sie eigentlich schon nicht mehr antreten.

„Wir mussten sie damals zum Weitermachen regelrecht überreden“, erinnerte sich Köcktes Ratsmitglied Henry Seiler während der Sitzung des Ortschaftsrates am Donnerstagabend. Im Köckter Dorfgemeinschaftshaus ging es um die bevorstehende Wahl eines neuen Ortsbürgermeisters. Denn die Amtszeit von Sylvia Deneke läuft, so berichtete sie, am 31. Januar 2012 ab.

„Ich werde nicht mehr kandidieren“, erläuterte sie während der Sitzung. Die Entscheidung zum Rückzug sei keinesfalls spontan gekommen, sie stehe vielmehr schon seit längerer Zeit fest. „14 Jahre sind genug“, betonte Sylvia Deneke. Sie ist sich allerdings sicher, dass es auch in Zukunft einen Ortsbürgermeister in der ehemaligen Drömlingsgemeinde geben wird, dieser Posten also nicht vakant bleibt. „Ich bin da sehr optimistisch.“

Auch wenn der Gedanke, sich nach fast anderthalb Jahrzehnten vom Posten der Dorfchefin zurückzuziehen, alles andere als kurzfristig zustande gekommen ist: In den vergangenen Monaten hat sich ihr Entschluss verfestigt. Denn durch die Gebietsreform und die damit verbundene zwangsweise Auflösung der bis dahin eigenständigen Gemeinde Köckte hat sich das Aufgabenfeld einer Bürgermeisterin grundlegend verändert.

Und nicht zum Positiven hin, wie Sylvia Deneke betonte: „Ich konnte in diesem Jahr leider nichts mehr bewegen.“ Sie gehe in Gardelegen zwar „ständig von Amt zu Amt“, aber herausgekommen sei so gut wie nichts. „Mir sind da die Hände gebunden, ich kann nichts mehr machen.“

So habe es bei der jüngsten Ortsbürgermeisterrunde im Gardelegener Rathaus, als Stadt-Bürgermeister Konrad Fuchs die Haushaltssperre und die desolate finanzielle Lage gegenüber den Dorf-Bürgermeistern erläuterte, „missmutige und deprimierte“ Ortschefs gegeben. Das Fazit von Sylvia Deneke: „Wir haben nichts mehr.“ Man sei „in ein total tiefes Loch gefallen“, man benötige für die Zukunft „sehr viel Einfallsreichtum“, um bisher da gewesene Aufgaben überhaupt noch zu bewältigen.

Einen kleinen Abschied von ihrem Amt wird Sylvia Deneke auch noch geben. Und zwar am Freitag, 9. Dezember. An diesem Nachmittag findet im Köckter Dorfgemeinschaftshaus die traditionelle Rentner-Weihnachtsfeier statt. Und in diesem Rahmen will sich Köcktes Ortsbürgermeisterin von „ihren“ Rentnern dann in aller Form verabschieden und ihren Schritt zum Rückzug nochmals begründen.

Die Wahl eines neuen Köckter Ortsbürgermeisters sowie eines Stellvertreters wird irgendwann im Januar stattfinden. Gewählt wird der neue Dorfchef aus den Reihen des Ortschaftsrates. Zur Wahl steht dann auch der Posten des Stellvertreters. Dieses Amt bekleidet derzeit Henning Giggel, der während der Zusammenkunft des Ortschaftsrates am Donnerstagabend allerdings verhindert war.

Von Stefan Schmidt

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