600-Meter-Leitung unter der Umgehung / Besucherzentrum folgt ab 2018

Strom für Isenschnibbe

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600 Meter lang ist die Stromleitung, die gestern in Richtung Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe gelegt wurde. Dazu musste auch ein Kanal unter die Umgehung gelegt werden.

Gardelegen. Gestern haben Mitarbeiter einer Firma aus Niedersachsen damit begonnen, eine Stromleitung unter der Gardelegener Umgehungsstraße zu legen – mit dem Ziel Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe.

Die Trasse startet vom bereits angeschlossenen Neubaugebiet am Kämmereiforst südlich der Umgehung und endet auf der Gedenkstätte nördlich der Straße. Vom Wohngebiet bis zur Gedenkstätte sind es etwa 600 Meter, die unterirdisch zurückgelegt werden.

Die Stromleitung ist der Anfang vom Bau des Besucher- und Dokumentationszentrums. Dieses Gebäude soll im jetzigen Eingangsbereich der Gedenkstätte entstehen. Und zwar für eine Summe von mehr als drei Millionen Euro. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird mit dem Neubau begonnen. Federführend verantwortlich ist dafür die Landes-Gedenkstättenstiftung, die sich um den Bau dieses Gebäudes und die weitere Umgestaltung der Gedenkstätte kümmert. Vor zweieinhalb Jahren hatte die Stiftung das Areal von der Stadt übernommen, die aber immer noch unterstützend tätig ist. Unter anderem mit einem eigenen Mitarbeiter, der sich vor Ort um die Fläche und die Sauberkeit kümmert. Auch er musste bislang ohne Strom auskommen.

Die neue Stromtrasse liegt in etwa dort, wo möglicherweise bald eine Fußgängerbrücke die Gardelegener Umgehung überqueren könnte. Dazu hatte die Stadt einen Antrag für das Leader-Programm gestellt. Denn mit dem Bau der Umgehung vor 20 Jahren wurde der bis dahin kürzeste Weg von der Stadt hinauf zur Gedenkstätte gekappt. Der Umweg über die neue Zufahrt beträgt 1,7 Kilometer.

In der Gardelegener Feldscheune wurden am 13. April 1945 mehr als 1000 KZ-Häftlinge von den Nazis ermordet.

Von Stefan Schmidt

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