Stahlknecht-Sätze „befremdlich“

Schenkenhorsts Räte kämpfen weiterhin für Erhalt der Ortschaftsräte

Schenkenhorsts Ortsbürgermeister Uwe Roitsch: „Ich finde das befremdlich.“

Schenkenhorst. Vor wenigen Tagen, während der Ehemaligenfeier in jenem Betrieb, in dem Uwe Roitsch, Schenkenhorsts Ortsbürgermeister, arbeitet, sei die Liste herumgereicht worden.

Die Schenkenhorster Ortschaftsräte – hier Gunnar Sethge (vorne) und Frank Reboné – unterschrieben während der Sitzung die Petition gegen die Abschaffung des eigenen Ortschaftsrates.

„Ich bin von vielen darauf angesprochen worden, egal wo sie wohnen“, erklärte Uwe Roitsch während der Sitzung des Schenkenhorster Ortschaftsrates. Es geht um die von Gardelegen initiierte Petition gegen die Abschaffung von Ortschaftsräten in kleinen ehemaligen Gemeinden. Ab dem Jahr 2019, so sieht es das vom Landtag beschlossene Gesetz nach jetzigem Stand vor, wird es in Orten mit weniger als 300 Einwohnern keine Räte mehr geben, sondern nur noch einen Ortsvorsteher. Dagegen geht Uwe Roitsch seit mehr als einem Jahr vor und hat mittlerweile viele Mitstreiter gefunden.

Auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht bekam den Gegenwind bei einem Besuch in Gardelegen zu spüren. Seine am 17. August getätigten Aussagen, es sei alles demokratisch abgelaufen und die Ortsbürgermeister seien in die Entscheidungsfindung mit einbezogen worden (wir berichteten), bezeichnet Uwe Roitsch als „befremdlich.“ Von einer Mitsprache der Ortsbürgermeister, wie von Stahlknecht behauptet, wisse Roitsch nichts – und auch sein langjähriger Vorgänger Wolfgang Reboné, der vor gut einem Jahr nicht mehr als Ortsbürgermeister angetreten war, habe ein solches Schreiben aus dem Inenministerium mit der Bitte um Stellungnahme nie erhalten.

Fest steht: Sowohl die Schenkenhorster Ortschaftsräte als auch viele Einwohner im Ort haben die Petition mittlerweile unterschrieben. Die Ratsmitglieder gehen derzeit „Klinken putzen“ und sammeln Unterschriften nicht nur von politischen Mandatsträgern, sondern von ganz normalen Einwohnern. „Denn dieses Thema geht vor allem in den kleinen Dörfern jeden etwas an“, ist sich Uwe Roitsch sicher.

Von Stefan Schmidt

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