Freigabe der Fußgängerzone für Radler: Auslegungszeit würde anschließend drei Monate betragen

Stadtrat soll den Weg frei machen

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Auch Gardelegens Gewerbevereins-Vorsitzender Peter Jaenicke ist für die möglichst baldige Freigabe des Mittelteils in der Fußgängerzone für Radfahrer. „Die jetzige Regelung ist nachteilig für uns Händler“, meint er. Foto: Schmidt

Gardelegen. „Es ist nicht so, dass man einfach mal ein Zusatzschild anbauen kann. “ Mandy Zepig, Gardelegens Bürgermeisterin, weiß, dass auch eine kleine Veränderung mitunter einen langen behördlichen Weg nach sich zieht. Wie im Fall der Gardelegener Fußgängerzone.

Dort soll künftig, so wünscht es sich Mandy Zepig und so wünscht es sich auch die Mehrheit der Gardelegener Innenstadthändler, das Radfahren erlaubt sein – in begrenztem Maße. Soll heißen: In der Mitte der etwas mehr als 200 Meter langen Fußgängerzone, also im aufgepflasterten Fahrbahnbereich. „Vor den Geschäften soll das Radfahren weiterhin untersagt bleiben“, betont die Bürgermeisterin, die als Wirtschaftsförderin diese Veränderung mit in Gang gesetzt hat. Denn dort ist die Gefahr, dass Fußgänger und Radfahrer kollidieren, recht groß.

Doch so einfach ist die Prozedur nicht. Als erster Schritt steht eine Grundsatzentscheidung des Gardelegener Stadtrates an. Während der nächsten Sitzung im September könnte der 36-köpfige Stadtrat das Radfahren in der Fußgängerzone offiziell in Gang setzen. Mit eben dieser Grundsatzentscheidung. Dies würde aber noch nicht bedeuten, dass Drahtesel dort offiziell genutzt werden können.

Was folgt, wäre eine dreimonatige Auslegung sowie die Einbeziehung der „Träger öffentlicher Belange“. Das sind Behörden wie die Kreisverwaltung und die Polizei, aber auch die Anlieger, die sich zur möglichen Radfahr-Erlaubnis äußern können. Drei Monate lang wird dieses Auslegungsverfahren dauern. Soll heißen: In diesem Jahr ist mit einer Entscheidung des Gardelegener Stadtrats – er müsste das Radfahren in letzter Instanz legalisieren – nicht zu rechnen.

Ob die Kommunalpolitiker überhaupt zustimmen, ist unklar. Schon einmal, kurz nach der Eröffnung der Fußgängerzone, habe es eine Abstimmung im Gardelegener Stadtrat gegeben, erinnert sich Bauamts-Mitarbeiterin Anette Sell – damals wurde das Radfahren abgelehnt.

Doch der Stadtrat würde ohnehin nur das legalisieren, was seit Eröffnung der Fußgängerzone vor rund 15 Jahren längst Alltag ist. Nämlich dass dieser eigentlich für den Verkehr gesperrte Bereich wie selbstverständlich auch von Radfahrern genutzt wird.

Von Stefan Schmidt

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