Warten auf die Internet-Präsenz

Stadt hat weiterhin Mitspracherecht an Gedenkstätte Isenschnibbe

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Manches auf der Isenschnibber Gedenkstätte ist schon geschichtlich verstaubt. Die Landes-Gedenkstättenstiftung wird wohl vor allem im Jahr 2017 das Areal an vielen Stellen umgestalten.

Gardelegen. „Die Stadt Gardelegen ist weiterhin Eigentümerin des Areals.“ Das betont Andreas Froese-Karow, der Leiter der „Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen“, wie die bisherige Mahn- und Gedenkstätte nun offiziell heißt.

Das „Mahn-“ findet im Namen nicht mehr statt. Und für die Zukunft wird es mutmaßlich weitere Veränderungen geben. Denn seit dem 1. Mai ist die Landes-Gedenkstättenstiftung Trägerin jenes Areals, auf dem am 13. April 1945, nur einen Tag vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in Gardelegen, 1016 KZ-Häftlinge in der Feldscheune ermordet worden sind.

Zwar gibt es einen neuen Träger, Die Stadt hat aber immer noch ein Wörtchen mitzureden. So hat sie eine Stimme in der Jury, die voraussichtlich im Frühjahr 2016 jenes Architekturbüro ernennen wird, das die Umgestaltung der Gedenkstätte begleiten wird. Mehr als drei Millionen Euro nimmt das Land in die Hand, um unter anderem ein neues Besucher- und Dokumentationszentrum im jetzigen Eingangsbereich zu errichten. Und auch, um mitunter verstaubte Teile der Gedenkstätte zu erneuern.

Als Beispiel dienen die Fahnenmastenfundamente am Weg zur Scheune, auf denen Ländernamen stehen, die es seit rund einem Vierteljahrhundert nicht mehr gibt oder die es zum Zeitpunkt des Massakers noch nicht gegeben hatte – wohl aber zu DDR-Zeiten. Im Jahr 2017, so hofft Andreas Froese-Karow, werde der Großteil der Umgestaltungsarbeiten stattfinden. In rund zwei Jahren dürfte die Gedenkstätte also anders aussehen als derzeit. Anders soll auch bald die offizielle Internetseite der Landes-Gedenkstättenstiftung aussehen. Dort ist die Gardelegener Gedenkstätte noch gar nicht aufgeführt – und das mehr als ein halbes Jahr nach der Übernahme. Dies liege in der Verantwortung der Staatskanzlei, erklärt dazu Andreas Froese-Karow. Eine moderne Internet-Präsenz sei wichtig für die Gardelegener Gedenkstätte. „Denn die Isenschnibbe ist nicht nur Teil der Gardelegener Stadtgeschichte. Es ist ein Ort, der in ganz Europa wahrgenommen wird.“

Von Stefan Schmidt

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