Schaden am Salzwedeler Tor: Spezialfirma saniert Mauerwerk

Stadt stoppt den Verfall

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Stadtführer Dietmar Weinhold freut sich über den Beginn der Arbeiten in der großen Bastion des Salzwedeler Tores. Besonders das Mauerwerk im Innenhof des Jahrhunderte alten Gardelegener Wahrzeichens hat durch den Zahn der Zeit Schaden genommen. Die Stadt Gardelegen gab nun die Sanierung in Auftrag.

Gardelegen. In Gardelegens wohl bekanntestem Wahrzeichen, dem Salzwedeler Tor, sind umfassende Arbeiten zur Rettung und Sanierung des bedrohten Denkmals angelaufen.

Wie der Berliner Diplom-Restaurator und verantwortliche Planer Ronald Adamini informiert, sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Voraussetzung: Der Winter lässt sich noch etwas Zeit.

Jahr für Jahr nagten Wind und Wetter an dem spätmittelalterlichen Bollwerk, das zwar Jahrhunderte lang erfolgreich feindliche Angreifer abwehrte, nun aber den Kampf gegen ganz andere Gegner zu verlieren drohte: Regen, Sturm und Frost. Die Naturgewalten lassen langsam, aber stetig Fugen platzen, Steine bröckeln und ringen dem Mauerwerk der großen Bastion aus dem 15. Jahrhundert Schicht um Schicht der Oberfläche ab. Die Stadt Gardelegen hat nun den schleichenden Verfall gestoppt und umfangreiche Sicherungs- und Rekonstruktionsarbeiten in Auftrag gegeben. Der Stadtrat hatte dafür bereits vor Monaten einen Betrag in Höhe von 200 000 Euro bewilligt.

Bis hoch zu den Zinnen ist die große Bastion im Innenhof eingerüstet. Arbeiter einer sächsischen Spezialfirma haben sich des Gardelegener Denkmals angenommen und setzten nun die Vorgaben der Planer und Denkmalpfleger um. So viel wie möglich historische Bausubstanz wird bei der Sanierung des mächtigen Mauerrings wiederverwendet. Sogar lose Feldsteine kommen exakt an ihren angestammten Platz zurück, um das Gesamtbild nicht zu verfälschen. Und: In Zukunft soll ein gläsernes Dach die Innenwand der Bastion vor Witterungsschäden schützen. Dazu wird eine Stahlkonstruktion angefertigt, die dann das nach innen geneigte Dach in halber Höhe der Bastion trägt.

„Bisher klappt alles. Wir sind im Zeitplan“, freute sich Ronald Adamini nach der jüngsten Baubesprechung. Und auch Stadtführer Dietmar Weinhold, der sich seit Jahren wie ein Hausmeister ehrenamtlich um das Gardelegener Wahrzeichen kümmert, freut sich, dass nun endlich die Sanierungsarbeiten am Salzwedeler Tor begonnen haben. „Die Jungs verstehen was von ihrem Handwerk“, hat Weinhold längst bemerkt. Nun freut er sich schon auf die Wiedereröffnung.

Von Dirk Osmers

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