Arche Noah weiht Kletterkombination aus Bußgeldüberweisung vom Gericht ein

Spielgerät dank Spitzbuben

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Der kleine Felix (Mitte) durchschnitt das rot-weiße Band zur Eröffnung der Kletterkombination schon wie ein echter Profi.

Gardelegen. Sie hatten so etwas schon mal im Fernsehen gesehen. Wenn etwas eröffnet wird, wenn jemand mit der Schere schnipp-schnapp macht und ein buntes Band durchschneidet. Und wenn danach alle klatschen.

Genau so sollte die Eröffnung des neuen Spielgerätes auf dem Gelände der heilpädagogischen Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Gardelegen auch ablaufen.

Aerodynamische Rutschhaltung: Mit Schwung ging es gleich nach der Freigabe oben rein und unten wieder raus.

Das hatte sich das aus mehreren Knirpsen bestehende Vorbereitungskomitee für die Feier am gestrigen Vormittag ausgedacht. Und noch etwas passiert bei solchen feierlichen Einweihungen, wie die Kinder beim Betrachten mancher Fernsehbilder in der Vergangenheit gesehen hatten: Es wird angestoßen und zugeprostet. Und so gab es für alle Beteiligten gestern Sekt aus Anlass der Eröffnung – für die Kleinen natürlich Kindersekt.

Zuvor hatten die Arche-Noah-Kinder das Lied „Jetzt kann´s beginnen“ angestimmt, in dem sie sich auf ihr neues Spielparadies freuen. Das alte Gerät auf demselben Standort war im Laufe der Jahre marode geworden und hielt den Sicherheitsstandards nicht mehr stand.

Zu einer richtigen Eröffnung gehört auch ein kleiner Umtrunk: Erwachsene wie Kinder stießen am gestrigen Vormittag auf die rund 12 000 Euro teure Errungenschaft standesgemäß an.

Und wie im Fernsehen, so gab es natürlich auch am Gardelegener Holzmarkt den Schnipp-Schnapp-Termin. Der kleine Felix setzte gekonnt die Schere an und schnitt das rot-weiße Band symbolisch zur Eröffnung durch – inklusive Applaus aller Umstehenden. Neben möglichst vielen Gästen –zahlreiche Eltern und Großeltern waren am Vormittag gekommen – und eben dem Umtrunk zur Eröffnung gab es noch einen weiteren ganz besonderen Wunsch der Kinder: Nudeln zum Mittagessen. All das konnten die Arche-Erzieherinnen ihren Schützlingen dann auch bieten.

Das Spielgerät besteht aus einer Hängebrücke, einer kunterbunten Rutsche und einem kleinen Seilgarten. Gekostet hat die Investition etwa 12 000 Euro.

Das Besondere an dieser Kletterkombination: Finanziert worden ist es von verurteilten Straftätern. Denn über zwei Jahre hinweg hat das Team der Arche Noah jenes Geld, das im Rahmen von Bußgeldverfahren bei Verurteilungen vom Amtsgericht Gardelegen abwechselnd an verschiedene Einrichtungen – darunter eben auch der Arche Noah – von den Spitzbuben überwiesen werden muss, angespart, um sich dann etwas größeres anzuschaffen.

Als genügend Geld auf dem Konto war, entschied man sich gemeinsam für den Kauf einer solchen Kletterkombination.

Von Stefan Schmidt

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