Bürgermeisterin ist „stolz“

Spendenwelle für ausgebrannte Familie aus Mieste: "Hilfsbereitschaft ist unbeschreiblich"

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Welle der Hilfsbereitschaft: Im Miester Feuerwehr-Gerätehaus stapeln sich die abgegebenen Spenden für die ausgebrannte sechsköpfige Familie aus Mieste. Sachspenden werden nun nicht mehr benötigt, aber Geld.

Mieste – Die Feuerwehr in Mieste hat seit knapp zweieinhalb Jahren ein nagelneues Gerätehaus. Was natürlich Vorteile hat – auch in diesen Tagen.

Denn im Gerätehaus lagern seit Freitagvormittag zahlreiche Sachspenden, die seit Donnerstag früh eingegangen sind – im alten Gerätehaus wäre für diese Menge gar kein Platz gewesen.

In der Nacht zu Donnerstag brannte an der Henrich-Heine-Straße in Mieste eine Wohnung aus (wir berichteten), die Mutter und ihre vier Kinder waren zwischenzeitlich eingeschlossen, konnten aber von der Feuerwehr rechtzeitig gerettet werden. Der Familienvater befand sich zum Zeitpunkt des Brandes, hervorgerufen durch einen technischen Defekt an einem Fernseher, zur Nachtschicht in einem in Gardelegen ansässigen Automobilzulieferbetrieb.

Miestes Wehrleiter Wolfgang Witte.

Wolfgang Witte, der Leiter der Miester Ortsfeuerwehr, hat mittlerweile aufgehört, die Taschen, Tüten und Pakete zu zählen, die seitdem bei ihm und vor allem in der Gardelegener Stadtverwaltung abgegeben worden sind – noch bevor die Stadt offiziell zu Spenden aufgerufen hatte. „Man kennt sich natürlich hier in Mieste“, sagt der Wehrleiter – der betroffene Familienvater ist nicht nur Mitglied der Miester Ortsfeuerwehr, er ist auch Chef der Jugendwehr.

Bei Witte selbst steht seit Donnerstag früh das Handy nicht still, „die Hilfsbereitschaft ist unbeschreiblich“. Nicht nur aus Mieste, sondern auch aus vielen Nachbardörfern gab es Anrufe. Und so stapeln sich im Gerätehaus nahezu die Gebrauchsgegenstände, die entweder vor Ort abgegeben wurden oder am gestrigen Vormittag mit Transportern aus der Gardelegener Stadtverwaltung nach Mieste gebracht wurden. In Gardelegen koordinierten unter anderem Manuela Wille und Sven Rasch vom Ordnungsamt – Rasch ist zugleich Stadtwehrleiter – die eingegangenen Sachspenden. Ob Bettdecken, Kuschelkissen, Jacken, T-Shirts, Pullover und Plüschtiere – alles, was eine Familie so benötigt, ist abgegeben worden. „In so einer Notsituation steht man zusammen und rückt näher aneinander ran“, weiß Wolfgang Witte, der Ähnliches beim Elbe-Hochwasser 2013, wo er als Feuerwehrmann selbst vor Ort war, erlebt hat.

Am gestrigen Nachmittag kamen einige Mitglieder der betroffenen Familie ins Mieste Gerätehaus und suchten sich erste Sachen aus. Derweil bittet Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher im Namen der Stadt, von weiteren Sachspenden abzusehen: Es ist aktuell genug vorhanden. Wer helfen will, sollte dies mit einer Geldspende tun – der Familienvater ist Alleinverdiener.

Bürgermeisterin Mandy Schumacher.

Mandy Schumacher selbst bedankt sich auch im Namen der betroffenen Familie für die Welle der Hilfsbereitschaft, „es ist gut zu wissen, Helfer in der Not zu haben.“ Durch das „besonnene Verhalten der Bewohner, dem schnellen und richtigen Handeln der Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr der Hansestadt Gardelegen und der Johanniter-Rettungskräfte“ sei es in jener Nacht „gelungen, die akute Gefahr erfolgreich zu bekämpfen.“ Die Einwohner könnten „stolz auf ihre Feuerwehr und die beteiligten Rettungskräfte sein“, betont die Bürgermeisterin. Stolz könne man auch „auf alle anderen Helfer, auf die hilfsbereiten Menschen, die in der Not zur Stelle waren und noch sind“, sein. Die Familie hat vorerst eine Ersatzwohnung gefunden.

Wer spenden will, kann dies auf dem Konto der Stadt Gardelegen tun unter

Volksbank Gardelegen IBAN: DE 13 8109 3034 0000 1501 50 Swift: GENODEF1GA1 Verwendungszweck: Spende VW805

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