Fröhliches Schnorren der Roxförder Wurstsinger mit Gesundheitswünschen für 2015

Speck, Würste und 445 Ovale für den abendlichen Eierback

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Wenn Wehrleiter Hans-Dietmar Thiele (v.l.), Ortsbürgermeister Ulf Müller und Michael Thiele gemeinsam trällern, dann ist Wurstsingen.

Roxförde. Nachwuchssorgen dürften die Roxförder Wurstsinger nicht plagen. Denn dieser wird frühzeitig mit auf Heischetour zu Jahresbeginn genommen – selbst wenn er noch im Kinderwagen liegt.

Im selbigen nahm nämlich Fritz Weis (neuneinhalb Monate) mit Mama Claudia und Papa Daniel am Sonnabend am Wurstsingen teil, zumeist schlafend. Wie Mama schmunzelnd erzählte, hielt er nach dem Start gerade mal einen Straßenzug wach durch.

Auch Kathrin Schoof erhielt Pille und Weinmedizin von den Gesundheitsexperten „Doktor“ Gisbert Lübke und „Assistentin“ Günter Brandt.

Die anderen Wurstsinger dagegen waren bei ihrem Umzug, der sie singend und tanzend durchs Dorf führte, putzmunter. Denn viele von ihnen hatten schließlich verantwortungsvolle Aufgaben. An vorderster Front der „Doktor“ (Gisbert Lübke), der die Einwohner mit den Gesundheitspillen versorgte, die mit der Weinmedizin seiner „Assistentin“ (Günter Brandt) heruntergespült wurden. Und für die besten Wünsche fürs neue Jahr gab es natürlich wieder reichlich Gaben, die zum großen Schmausen mit anschließendem Beisammensein sicher ins Dorfgemeinschaftshaus transportiert werden mussten. „Eierfrau“ Günter Helling, unterstützt von Martin Schulze, hatte die Verantwortung für 445 runde Ovale. Kiepenträger Jonas Feilhaber und Felix Müller trugen 13 Stück Speck, drei Jagdwürste, zweimal Margarine, 15 Leberwürste im Darm und ein Leberwurst-Glas sowie 34 Schlackwürste auf ihrem Rücken. Im Bollerwagen der Alkohol-Sachverständigen Christian Hietel und Michael Thiele klirrten leise zehn Flaschen Sekt, 21 Flaschen Wein und 58 Flaschen Likör und Schnaps. Auch der Klingelbeutel des „Kassierers“ Eckhard Bierstedt füllte sich stetig – auch noch am Abend, als einige Verfehlungen der Wurstsinger wie Knallerei oder zu spätes Erscheinen der Träger geahndet wurden. Es kam insgesamt soviel zusammen, dass wieder alle Ausgaben bestritten werden konnten und am Abend alles frei war. Für das gemütliche Beisammensein hatte zudem Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs den Wurstsängern zwei Fässer Bier a 30 Liter spendiert.

Von Elke Weisbach

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