Oberstabsfeldwebel Thomas Rückher hat ein Buch geschrieben

Oberstabsfeldwebel Thomas Rückher mit einem druckfrischen Exemplar seines Buches „Gefechtsübungszentrum Heer – Mein Standort und seine Geschichte von 1843 bis 2013“, das ab sofort bestellt werden kann. Foto: Tenbrink

LETZLINGEN - Über ein Jahr hat er daran gearbeitet, nun liegt es druckfrisch vor: Das Buch „Gefechtsübungszentrum Heer – Mein Standort und seine Geschichte von 1843 bis 2013“ von Oberstabsfeldwebel Thomas Rückher, der im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) bei Letzlingen im Bereich Ausbildung und Übung als Medienproduktionsfeldwebel tätig ist.

Das Buch kann über Internet oder Buchhandel unter der ISBN: 978-3-7357-8541-1 bestellt werden. Es wird dann frisch gedruckt und in zwei bis drei Tagen geliefert.

Auf 253 Seiten hat Rückher zusammengetragen, wie die Soldaten in der modernsten Ausbildungs- und Übungseinrichtung Europas auf ihre Auslandseinsätze vorbereitet werden. Denn es ist ihm wichtig, die Arbeit vor Ort zu zeigen. Er bietet einen Blick hinter die Kulissen, um ein eindrückliches Bild über das umfangreiche und intensive Training der Soldaten kurz vor ihrem Einsatz in den Krisengebieten zu vermitteln, die Arbeit des GÜZ sowie des zivilen Dienstleisters, Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark (RDA), zu zeigen. Denn was verbirgt sich beispielsweise hinter dem großen Begriff Fahrzeug-Instandsetzung? Dafür hat er, wie Rückher der Altmark-Zeitung erzählt, mit allen Abteilungs- und Bereichsleitern des GÜZ Interviews geführt, so zum Beispiel mit dem GÜZ-Leiter, Oberst Gunter Schneider, dem erst kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Leiter des Bereichs Ausbildung/Übung, Oberst Dieter Sladeczek, sowie mit dem RDA-Geschäftsführer Jens Heusmann. Er wurde von allen Seiten unterstützt.

Doch das Buch hat noch viel mehr zu bieten, nämlich auch Informationen über die einzigartige Geschichte der Colbitz-Letzlinger Heide, die ehemalige Heeresversuchsstelle Hillersleben, die Inbesitznahme des Truppenübungsplatzes durch die sowjetischen Streitkräfte ab 1945, die Übertragung an die Bundeswehr 1994 bis zur Nutzung heute (2013). Es ist eine spannende Zeitreise, gespickt mit Berichten von Zeitzeugen, die ihre Erlebnisse mit der Wehrmacht und den Besatzungsmächten schildern.

So hat der Oberstabsfeldwebel mit Günter Lohan, Jahrgang 1923, gesprochen, der heute in Bismark lebt, in den 30er Jahren aber in Letzlingen wohnte und aus dieser Zeit unter anderem erzählt, wie der Truppenübungsplatz entstand. Eine Gesprächstpartnerin war auch Elsbeth Marcieniak, die früher in den Forsthäusern in Planken gelebt und in der Heeresversuchsstelle gearbeitet hat. Nach 1945 wurde sie „auf die andere Seite“ nach Born, wo sie heute noch lebt, zwangsumgesiedelt.

Über die Forstwirtschaft bezüglich des Truppenübungsplatzes hat der 50-Jährige mit der Diplomforstwirtin Gudrun Karlsch aus Kloster Neuendorf erzählt, während ihm Dr. Karl-Ulrich Kleemann, Vorsitzender des Letzlinger Heimatvereins, über die Colbitz-Letzlinger Heide berichtete.

Umfangreiche Informationen und zahlreiches Bildmaterial kamen zusammen, das nun in komprimierter und auch für den Laien in verständlicher Form zusammengefasst werden musste. Denn im Laufe der Zeit wurde klar, dass das Buch nicht nur für die Soldaten sowie industriellen und zivilen Mitarbeiter des GÜZ, sondern für jeden Interessierten zugänglich werden soll. „Ich hätte nie gedacht, dass das so schwierig wird“, gesteht der Hobby-Autor. Wo setzt man den Anfang, wo das Ende und was interessiert den Leser, waren erste Fragen, die er für sich beantworten musste. Aber rückblickend schätzt Thomas Rückher ein: „Es hat Spaß gemacht.“ Auch hatte er die Woche über nach Dienstschluss Zeit. Denn er ist Pendler, fährt nur am Wochenende nach Hause nach Goslar.

Und das Buch war nicht das erste Projekt des Oberstabsfeldwebel, der in Mannheim im Bundesland Baden-Württemberg geboren wurde, eine dreijährige Ausbildung zum Elektroanlageninstallateur absolvierte und am 2. Oktober 1982 seine militärische Laufbahn begann, die ihn im April 2009 ins GÜZ führte. Durch seine Arbeit erkannte er, welche eindrucksvolle Historie der Truppenübungsplatz Altmark zu bieten hat. Thomas Rückher fasste im Februar 2010 den Entschluss, eine Ausstellung aufzubauen, die die Besucher anhand zahlreicher Bilder über die Geschichte, aber auch über die Gegenwart informieren sollte.

Sie wurde nach zwei Jahren Aufbauzeit im Februar 2012 offiziell eröffnet und steht jedem Interessierten offen, der sich beim Besucherdienst des GÜZ anmeldet.

Von Elke Weisbach

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