Nahezu Einigkeit im Bauausschuss über Sanierungspläne für Alte Ratsapotheke am Rathausplatz

„Da sollten wir was machen“

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Stadtmarketing-Mitarbeiterin Gabriela Winkelmann erläutert den Mitgliedern des Gardelegener Bauausschusses die Umbaupläne für die Tourist-Information und das Stadtmuseum.

Gardelegen. Zwischendurch ging es nur in kleinen Gruppen voran. Zu eng war die Treppe, zu niedrig die Decke, zu wenig Platz in den Räumen.

Museums-Mitarbeiter Rupert Kaiser auf dem Dachboden der ehemaligen Rats-Apotheke in Gardelegen.

Keine Frage: Der hintere Teil der Alten Ratsapotheke am Gardelegener Rathausplatz, in dem sich vorne die Tourist-Information befindet, ist zwar erst 35 Jahre alt – 1983 wurde er angebaut. Aber es ist „mehr oder minder eine Bauruine“, wie Bauausschuss-Mitglied Norbert Hoiczyk erklärte. Deshalb lautete bei der Besichtigung des Gebäudes vor der Ausschusssitzung am Montagabend die Einschätzung nicht nur von Hoiczyk: „Da sollten wir schon was machen. “ Geplant ist, das komplette Gebäude ab dem Jahr 2020 für mehr als eine Million zu sanieren. Damit auch der hintere, bisher für die Öffentlichkeit größtenteils nicht zugängliche Bereich genutzt werden kann, beispielsweise in Form eines Mehrzweckraums im Obergeschoss.

Wie Bauamtsleiter Engelhard Behrends erläuterte, könne es eine Landes-Förderung von 90 Prozent geben – die Stadt müsste also „nur“ etwas mehr als 100.000 Euro in den nächsten Haushalt einstellen. Auch Mandy Zepig, Gardelegens Bürgermeisterin, warb für das Vorhaben. Der Standort der Tourist-Information direkt am Rathausplatz „kommt gut an“, es sei auch in anderen Städten üblich, solche Anlaufpunkte für Touristen direkt in der Stadtmitte einzurichten – in Gardelegen befand sich die Tourist-Information jahrelang abgelegen im Salzwedeler Tor. Der jetzige Anbau „steht nur rum, er stört“, so Mandy Zepig. Eine Sanierung „wäre ein richtiger Kracher“, glaubt sie.

Einzig Bauausschuss-Vorsitzender Gustav Wienecke sah das anders. Er sei zwar nicht gegen diese Maßnahme. Aber das dürfe „nicht zulasten der Dörfer“ gehen, mahnte er. Auch der Hinweis von Mandy Zepig, man investiere seit einiger Zeit vor allem in den Dörfern, wie aktuell bei den Kita-Neubauten in Estedt und Jävenitz sowie beim im Vorjahr eröffneten Feuerwehr-Gerätehaus in Mieste, überzeugte Wienecke, der auch Ortsbürgermeister in Wannefeld ist, nicht: „Man muss nicht jedes Fördergeld nehmen.“

Gustav Wienecke blieb mit seiner Meinung aber alleine. Die übrigen Bauausschuss-Mitglieder begrüßten die Sanierungspläne hingegen vorbehaltlos.

Von Stefan Schmidt

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