Jeder 28. Einwohner hat keinen deutschen Pass

815 sind gemeldet: Weniger Ausländer im Gardelegener Stadtgebiet

+
In Mieste liegt der Ausländeranteil bei knapp sieben Prozent und ist damit fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt des gesamten Gardelegener Stadtgebietes.

Gardelegen – Die Zahl der ausländischen Mitbürger im Gardelegener Stadtgebiet ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zurückgegangen. Das geht aus der aktuellen Statistik des städtischen Einwohnermeldamtes hervor.

Demnach lebten zur Jahresmitte – Stichtag war der 30. Juni 2019 – genau 815 Menschen in den 50 Ortsteilen, die keinen deutschen Pass haben.

Hochgerechnet auf die Gesamt-Einwohnerzahl von 22 636 liegt der Prozentsatz von Ausländern somit bei 3,6. Jeder 28. Einwohner im Stadtgebiet ist demnach kein deutscher Staatsbürger. Damit liegt die Zahl der Ausländer um 76 Personen niedriger als noch zu Jahresbeginn, als es noch 891 Frauen und Männer waren.

Fast drei Viertel der Ausländer lebt in der Kernstadt, also in Gardelegen. Nämlich 586, also 71,9 Prozent. Die übrigen Ausländer verteilen sich auf die Dörfer – und hier vor allem auf Mieste. Von den 229 ausländischen Mitbürgern, die außerhalb der Kernstadt leben, haben 159 – und somit etwas mehr als die Hälfte – ihre Wohnung in Mieste. Nämlich 131. Trotzdem ist der Ausländeranteil in Mieste während der ersten sechs Monate dieses Jahres um 20 Prozent zurückgegangen. Nach Mieste zogen im Oktober 2016 seinerzeit 70 Flüchtlinge in einen Neubaublock, was den Ausländeranteil in Gardelegens zweitgrößtem Ortsteil schlagartig erhöhte.

Von den derzeit 815 Ausländern im Stadtgebiet kommen 383 aus EU-Staaten. Die meisten davon aus Polen, von denen viele im Automobilzulieferbetrieb Boryszew an der Stendaler Chaussee in Gardelegen arbeiten. Etwas mehr als die Hälfte aller Ausländer, nämlich 432, haben ihre ursprüngliche Heimat außerhalb der Europäischen Union (EU). Dies sind neben den immer noch hier vor Ort lebenden Kriegsgebiets-Flüchtlingen vor allem vietnamesische Staatsbürger.

VON STEFAN SCHMIDT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare