247. Friedensweg: „Offene Heide“ kritisiert Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

„Sie will ihnen das Leben nehmen“

+
Vor dem Gemeindehaus in Staats hatten sich die Mitglieder der Bürgerinitiative „Offene Heide“ versammelt.

Staats. Der friedliche Kampf gehe weiter, auch wenn man Ursula von der Leyen in Letzlingen nicht erreicht habe. Das versprach Klaus Czernitzki, Kreisvorsitzender der Linken in Haldensleben und aktives Mitglied der Bürgerinitiative „Offene Heide“.

Letztere hatte gestern Nachmittag um 14 Uhr vor dem Gemeindehaus in Staats auf dem verschneiten Grün des Dorfzentrums Position bezogen. Zuvor hatten sich einige der rund 40 Anwesenden bereits am Vormittag zum Thema Versammlungsrecht informiert.

Klaus Czernitzki

Skeptisch waren die Blicke der Anwohner, die sich das Aufhängen der Plakate in den Friedensfarben des Regenbogens aus der Ferne ansahen. Sie wurden via Lautsprecheranlage eingeladen, sich überzeugen zu lassen, falls sie mit den Zielen der BI, die zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide zu erreichen, „nichts anfangen können, wollen“. Als DDR-Schüler habe Czernitzki einst folgenden Satz gelernt: „Wertvoll ist das Leben, es wird einem nur einmal gegeben“, sprach er die Kundgebungsteilnehmer an. Er selbst schätze das Leben in besonderem Maß. „Ich muss seit meinem 18. Lebensjahr mit Diabetes leben.“ Ein Freund des Redners müsse nach der Behandlung eines Tumors mit den Folgen leben. Czernitzki und sein Bekannter leben, sind glücklich darüber, betonte er weiter und kam in diesem Zusammenhang auf den jüngsten Besuch der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Letzlingen zu sprechen. „Ursula von der Leyen will Frauen und Männern das Leben nehmen.“ Dabei folge die ehemalige Familienministerin den Vorgaben ihrer Vorgänger und den Richtlinien im Koalitionsvertrag zwischen Christ- und Sozialdemokraten, die Attraktivität der Bundeswehr zu steigern. Wie sollte man sonst diesen Arbeitgeber am Leben erhalten, wenn ein Misstrauen in der Bevölkerung herrsche, der Wehrdienst nicht mehr Pflicht ist, die Gefahren im Auslandseinsatz vielen bewusst sind, fragt sich Czernitzki. Man brauche genügend Personal für Mali und Afghanistan.

Eine familienfreundliche Bundeswehr bliebe zu Hause. Die brauche keine millionenschwere „Kampfstadt“ namens Schnöggersburg im Wald zwischen Colbitz und Letzlingen. Dort, wo „das Töten im Ausland“ geübt wird. Das Geld, was dort investiert wird, sollte laut gestrigem Sprecher lieber in humanitäre Hilfe gesteckt werden und nicht für eine Armee, die man als größten Arbeitgeber in Deutschland halten wolle. Etwa 20 Minuten dauerte die Kundgebung, bevor es unter Begleitung einer Mitarbeiterin des Ordnungsamtes und eines Polizisten auf einen rund vier Kilometer langen 247. Friedensweg vom und bis zur Gemeindehaus in Staats ging.

Von Alexander Postolache

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare