Seit der Wende17,9 Prozent weniger

Gardelegen – von Stefan nSchmidt Fast alle Orte der neuen Stadt Gardelegen haben seit der Wende einen Einwohnerrückgang zu verzeichnen. Das geht aus der aktuellen Statistik hervor. Derzeit leben in der Stadt Gardelegen, die sich von Taterberg bis Wollenhagen erstreckt, genau 24 005 Menschen. Das sind exakt 3 767 Personen weniger als vor 21 Jahren, also zur Wendezeit. Macht einen Rückgang um 13,54 Prozent.

Trauriger Spitzenreiter ist dabei Schenkenhorst. In dieser bis vor anderthalb Jahren selbstständigen Gemeinde leben aktuell 154 Menschen. Das sind 67 weniger als 1989. Schenkenhorst hat damit fast ein Drittel der Einwohnerzahl, nämlich 30,3 Prozent, verloren. Fast genauso viel wie Kassieck (minus 29 Prozent) und Wannefeld (minus 26,4 Prozent). Dort fehlen allerdings auch die Bewohner des Polvitzer Heimes, das zu DDR-Zeiten stärker belegt war als heutzutage.

In der Kernstadt Gardelegen leben derzeit 11 012 Menschen. Das sind genau 45,9 Prozent der gesamten Einwohnerzahl des neuen Gardelegener Stadtgebildes. Seit 1989 hat sich die Zahl der Kernstädter damit um 2401 verringert – mehr, als Mieste aktuell Einwohner hat. 1989 lebten in der Kernstadt noch 13 414 Personen. Dieser Rückgang um 17,9 Prozent sei sogar noch „relativ günstig“, bewertet Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs das Ergebnis. In anderen Regionen Ostdeutschlands sei die Abwanderung noch größer. Schlecht sieht es insbesondere in der Region um Lindstedt aus. Lindstedt verzeichnet seit der Wende einen Bevölkerungsschwund um 21,6 Prozent. In Kassieck sind es sogar 29 Prozent, in Algenstedt 22,3 Prozent. Auch Hottendorf (minus 19,4 Prozent) und Seethen (minus 18,2 Prozent) sind Problemdörfer.

Zuwächse haben seit 1989 Berge (plus acht Prozent, vor allem wegen der Eigenheime in Ackendorf), Breitenfeld (plus 1,3 Prozent) Jerchel (plus vier Prozent) und Zichtau (plus acht Prozent) zu verzeichnen.

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