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„Seid gewiss, dass Ihr zu unserer Geschichte gehört“

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Weisbach
Die Tränen ließen sich nicht aufhalten, als Gabriele Schulz Laura Schildmann im Namen des Gemeindekirchenrates verabschiedete.

Gardelegen - Von Elke Weisbach. Sie ließ noch einmal die Orgel in der Marienkirche jubilieren und später ihren Tränen freien Lauf. Kantorin Laura Schildmann und ihre Familie wurden gestern von „Gottes Familie“ in Gardelegen, wie Pfarrer Horst Dietmann es sagte, in eine neue Zukunft verabschiedet.

Diese liegt im Harz, wo Laura Schildmanns Mann Christian im Sondershausener Orchester als Flötist tätig ist. Im August wird sie nun Kantorin im 20 Kilometer entfernten Bad Frankenhausen. Die Familie, zu der auch die beiden Jungen Valentin und Luis gehören, rückt damit wieder näher zusammen.

Doch aufbrechen in eine neue Zukunft bedeutet auch, Abschied zu nehmen. Und auch wenn Gardelegens Pfarrer Horst Dietmann in seiner Predigt unter anderem sagte, dass es eigentlich nur wichtig sei zu wissen, „ich gehöre zu Gott und tue meinen Dienst an jedem Ort, egal wo wir uns befinden“, und dass „Mitarbeiter kommen und gehen, die Kirche Jesu Christi aber bleibt“, so war ihm doch anzumerken, dass er Laura Schildmann nur ungern gehen ließ.

Als diese mit ihrem Mann und den beiden Kindern vor ihm stand und Dietmann vor dem Segen einige Abschiedsworte und Zukunftswünsche sprach – „Seid gewiss, dass alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen. Seid gewiss, dass Ihr zu unserer Geschichte gehört. Geht in eine hoffnungsvolle und frohe Zukunft mit dem Segen Gottes“ –, musste er einmal mehr schlucken. Und auch Laura Schildmann wischte sich, als sie wieder an ihren Platz an der Orgel eilte, verstohlen die ersten Tränen aus den Augen.

Es waren nicht die letzten, die gestern flossen. Denn das anschließende Kaffeetrinken im Gemeindezentrum nutzten auch viele andere, die in den 14 Monaten, in denen Laura Schildmann in Gardelegen, für die Kirchspiele Mieste und Letzlingen und für den Kirchenkreis Salzwedel ihren Dienst tat, zu Freunden wurden, die Gelegenheit, sich für die gemeinsame, schöne Zeit zu bedanken – so auch Gabriele Schulz im Namen des Gemeindekirchenrates. Wie sie sagte, habe man Laura Schildmann mit einem Baum willkommen geheißen, der nur wenig Zeit hatte, tiefe Wurzeln zu schlagen. Aber die, die mit der Zeit gewachsen sind, werden bleiben – so wie Laura Schildmann in den Herzen der Gardelegener.

Als Erinnerung an ihren Dienst in der Marienkirche überreichte Pfarrer Dietmann ihr anschließend im Namen des Gemeindekirchenrates ein Bild mit einem besonderen Detail der Gardelegener Orgel. Es zeigt den Harfe spielenden König David, sodass Laura Schildmann immer sagen kann, sie habe bereits mit einem König Orgel gespielt. In Bad Frankenhausen werden es künftig, wie sie verriet, Obst und Gemüse sein. Denn mit ihnen ist die Orgel dort geschmückt.

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