„Hauptsache, wir sind noch da“

Sechsköpfige Familie aus Mieste bedankt sich bei allen Helfern und Spendern

Dank an alle Spender: Mutter Nicole Rudolf-Gerhardt und Vater Danny Rudolf, mit den beiden jüngsten Kindern Lena Isabell (2. von links) und Sara, sind nach dem Wohnungsbrand in Mieste froh, dass sie noch am Leben sind.
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Dank an alle Spender: Mutter Nicole Rudolf-Gerhardt und Vater Danny Rudolf, mit den beiden jüngsten Kindern Lena Isabell (2. von links) und Sara, sind nach dem Wohnungsbrand in Mieste froh, dass sie noch am Leben sind.

Mieste – Eine Arbeitskollegin, die Ehefrau eines Feuerwehrmannes, sprach ihn an. Während der Nachtschicht in Gardelegen. Er solle doch mal an sein Handy gehen. Das lag im Umkleideraum.

„Und wie es so ist in einem solchen Augenblick“, erinnert sich Danny Rudolf, der auf etwa 20 eingegangene Anrufe morgens um 4.30 Uhr schaute, „war mein Guthaben aufgebraucht.“

Also lieh er sich das Handy der Arbeitskollegin und rief Gardelegens Stadtwehrleiter Sven Rasch an. Der sagte nur sinngemäß, dass die Wohnung des Familienvaters abgebrannt sei, er sofort ins Krankenhaus fahren solle – dort lägen seine Ehefrau und die vier Kinder.

Was denkt man in diesem Augenblick? „Man funktioniert einfach nur“, sagt Danny Rudolf über jene Nacht zum 8. Januar. „Ich habe während der Fahrt ins Krankenhaus nur geheult.“ Ins Altmark-Klinikum waren Ehefrau Nicole Rudolf-Gerhardt sowie die Kinder Melinda Gerhardt (16), Julian Gerhardt (13), Lena Isabell Rudolf (9) und Sara Rudolf (5) mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung gebracht worden. Tags darauf konnten alle das Hospital wieder verlassen – die Wohnung bleibt aber wohl bis zum Sommer unbewohnbar.

Der Vater und seine Familie – er ist Leiter der Miester Jugendfeuerwehr, Julian in der Jugendfeuerwehr, Lena Isabell in der Kinderfeuerwehr – sind derzeit in einer anderen Wohnung untergebracht. Und bedanken sich für die überwältigende Anteilnahme und Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung. Die Familie ist neu eingekleidet, die Kinder haben jetzt wieder Spielsachen und Plüschtiere. „Und bis zum Jahresende brauchen wir uns kein Shampoo mehr kaufen“, man habe genug davon.

Seit einigen Tagen geht Danny Rudolf wieder zur Arbeit, „der Alltag muss ja weitergehen.“ Mutter Nicole hat noch ein paar Pflaster wegen einiger Brandwunden. „Das verheilt bald “, sagt sie. Und schaut ihre zwei Jüngsten liebevoll an. „Hauptsache, wir sind alle noch da.“

VON STEFAN SCHMIDT

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