„Nun macht mal richtig Bambule“

Schulweghelfer werden an der Rosa-Luxemburg-Förderschule zu Streitschlichtern ausgebildet

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Als Streitschlichter versucht Glenn (2. von links), die aufmüpfigen Mitschüler während der Busfahrt zu bändigen.

Gardelegen – „Nun macht mal richtig Bambule“, sagt Petra Fraaß.

Petra Fraaß (Mitte) vom Gardelegener Jugendförderungszentrum teilt die Schüler für die Rollenspiele ein.

Die Mitarbeiterin des Gardelegener Jugendförderungszentrums, dort unter anderem für den Täter-Opfer-Ausgleich zuständig, steht im Gang des Linienbusses der PVGS, der auf der Buswendeschleife hinter der Rosa-Luxemburg-Förderschule in Gardelegen parkt. Vor ihr sitzen mehrere Schüler, die nun eine Rolle spielen sollen. Nämlich die der renitenten, pöbelnden und um sich tretenden Fahrschüler. Bambule eben. Doch dafür gibt es ja Streitschlichter. Mehrere Schüler lassen sich in dieser Woche zu solchen ausbilden. Ihre Aufgabe ist es, speziell während der Schulbusfahrten dann einzuschreiten, wenn es Ärger gibt. Wenn gerauft und geschubst wird. Allerdings, das mahnt Petra Fraaß an, sollen sich die De-Eskalierer nicht selbst in Gefahr bringen. „Wenn es zu heftig wird“, sagt sie, „dann müsst ihr den Busfahrer informieren. “.

Der steht ebenfalls im Gang und versichert, dass es bisher in seiner zehnjährigen beruflichen Tätigkeit noch keinen einzigen Fall gegeben habe, bei dem er hätte wirklich einschreiten müssen. Dass es in einem Schulbus mal etwas lauter werde, das sei normal. Aber körperliche Auseinandersetzungen habe er noch nicht erlebt. Und auch Lutz Richter, Regionalbereichsbeamter der Polizei für das Gardelegener Stadtgebiet, habe noch keinen einzigen Einsatz in einem Schulbus gehabt, erklärt er.

Dass das so bleibt, dafür werden die Streitschlichter, die es auch schon an anderen Schulen gibt, derzeit ausgebildet. Glenn, der bei dem inszenierten Geschubse dazwischengehen soll, hat anfangs Mühe, sich bemerkbar zu machen. Doch dann kann er die Streithähne auseinanderbringen und die Lage beruhigen. Beobachtet wurde dieses Rollenspiel nicht nur von Petra Fraaß, dem Busfahrer und dem Polizisten. Sondern auch von anderen Schülern, die als Jurymitglieder fungierten, die Szenerie beobachteten und das Eingreifen der Streitschlichter beurteilen sollten.

Bestandteil des Lehrgangs war auch ein Erste-Hilfe-Kurs, sollte es tatsächlich mal einen Notfall geben. Und am heutigen Donnerstag erhalten die zehn neuen Schulweghelfer aus den Händen der Landeskoordinatorin für das Schulweghelferprojekt, Annemarie Thimm, ihre Urkunden.

VON STEFAN SCHMIDT

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