Erstmalige Info-Veranstaltung für Unternehmen aus der Region im Gardelegener Rathaussaal

Schritt in die Integration: Arbeit finden

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Was muss ich als Arbeitgeber wissen, um Asylbewerber und Geduldete in meinem Unternehmen zu beschäften?

Gardelegen. Was muss ich als Arbeitgeber wissen, um Asylbewerber und Geduldete in meinem Unternehmen zu beschäften?

Diese und viele weiteren Fragen wurden kürzlich auf der Infoveranstaltung für Unternehmen unter dem Leitsatz „Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete aus Gardelegen und Umgebung“ im Gardelegener Rathaussaal thematisiert.

Rund 20 Arbeitgeber aus der Region – darunter Zeitarbeitsfirmen und private Arbeitgeber wie Malerbetriebe, Reinigungsfirmen, Landwirtschaftsbetriebe, Metallbau und Schlüsseldienst – kamen, um sich zu informieren. Gekommen waren auch viele Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Iran, die in Gardelegen und Umgebung Deutschkurse besuchen und an einer Arbeitsstelle interessiert sind. Dabei nutzten sie die Gelegenheit, mit dem einen oder anderen Arbeitgeber in Kontakt zu treten.

Zum Treffen eingeladen hatte Anna Mudrich, Migrationsberaterin für erwachsene Zuwanderer in Gardelegen. Mit der Unterstützung von Julia Schlüsselburg, Wirtschaftsförderin der Stadt Gardelegen, hat sie im Vorfeld Betriebe angeschrieben und auf die Infoveranstaltung aufmerksam gemacht. Über das rege Interesse, insbesondere das der Gardelegener Unternehmer, hat sich die Migrationsberaterin sehr gefreut. „Ich bin überrascht, dass so viele Firmen gekommen sind. Ich bin von Gardelegen positiv überrascht“, betonte sie mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.

Zu den Referenten zählten Ajmal Sahak aus Afghanistan und die Iranerin Mojdeh Jalalipour vom Bundesfreiwilligendienst in Salzwedel, die gemeinsam die Arbeitnehmergruppe „Flüchtlinge in unserer Region“ vorstellten. Sie helfen den Flüchtlingen bei Behördengängen und dienen als Sprachmittler zwischen den Kulturen. „Unser Ziel ist es,die Leute zu Arbeit und Integration zu bringen“, sagte Ajmal Sahak. Angst vor dem Fremden und Bürokratie stellen bei der Umsetzung oft ein großes Hindernis dar. Deshalb bat er alle Arbeitgeber, diesen Menschen eine Chance zu geben.

Die Integrationskoordinatoren vom Altmarkkreis Salzwedel,Inka Ludwig und Jakob Wernike, klärten die Zuhörer über alle wichtigen rechtlichen Fragen auf. Georg Rumlich, Leiter Arbeitsmarkt und Integration vom Jobcenter, referierte über die verschiedenen Fördermöglichkeiten von Flüchtlingen mit Aufenthaltsgenehmigung durch das Jobcenter. Während Stefanie Roth, Teamleiterin Arbeitsvermittlung und Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit, über die Fördermöglichkeiten für geduldete Bürger aufklärte. Im Anschluss der Veranstaltung gab es die Möglichkeit seitens der Flüchtlinge und der Arbeitnehmer ins Gespräch zu kommen und sich näher kennenzulernen.

Nach Angaben von Anna Mudrich hat die Veranstaltung bereits erste Erfolge gezeigt. So konnte der eine oder andere Arbeitssuchende vermittelt werden, auch wenn es sich dabei vorerst um saisonale Arbeit handelt. Von der Info-Veranstaltung profitiert haben auch die Zeitarbeitsfirmen. „Sie haben erfahren, dass Asylbewerber bereits ab dem vierten Monat nach der Registrierung eine betriebliche Ausbildung beginnen können und nicht, wie eigentlich gedacht, erst nach 15 Monaten Aufenthalt“, erklärte die Migrationsberaterin.

Geduldete Bürger hingegen können ohne Einhaltung einer Wartezeit eine Ausbildung beginnen. Bei erfolgreichem Abschluss können sie eine Aufenthaltserlaubnis für zwei weitere Jahre erhalten. Bei weiteren Fragen rund um die Beschäftigung von Asylbewerbern und Geduldeten hilft Stefanie Roth unter der Telefonnummer (0 39 01) 3 08 21 05 oder unter der Mail-Adresse stefanie.roth5@arbeitsagentur.de weiter.

Die Info-Veranstaltung sollte ein erster Input sein, so Mudrich. Der zweite Schritt folgt im kommenden Jahr. Dann soll in Salzwedel eine zweitägige Berufsmesse stattfinden, auf der sich arbeitssuchende Flüchtlinge direkt an Arbeitgeber wenden können. Doch die Planung der Messe ist noch in der Entwicklungsphase, erklärt dazu Organisatorin Christina Dietmann von der Koorinationsstelle „Diakonische Flüchtlingshilfe“ der Kirchengemeinde in Gardelegen.

Von Marilena Berlan

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