Schön wie die Raubkatzen

KALBE. Da staunten die Kinder des nahen „Abenteuerlandes“ nicht schlecht, als sich am Donnerstagnachmittag an der Kalbenser Sekundarschule sechs Oldtimer solcher Nobelmarken wie Jaguar, Mercedes und Porsche zum Erinnerungsfoto aufstellten. Deren Besitzer hatten nämlich einen Abstecher nach Kalbe gemacht, um dort die Uhrenmanufaktur von Dirk Dornblüth zu besuchen. Und die befindet sich nun einmal direkt neben dem Schulgelände. Von Conny Kaiser

„Ihr habt hier noch so wunderbare Alleen. Das macht großen Spaß, dort hindurchzufahren“, sagt einer der Cabrio-Fahrer, die da gerade an der Kalbenser Westpromenade gehalten haben.

Es sind auch nicht irgendwelche Cabrios, die dort in der Sonne glänzen, sondern fünf Old- und ein Youngtimer. Letzterer ist ein Porsche, Baujahr 1995. Und fast ist es seinem Besitzer Harold Esterer – Understatement ist alles – ein bisschen unangenehm. Denn eigentlich wollte auch er, so wie die meisten anderen, mit einem alten Jaguar vorfahren, wie er entschuldigend sagt. Indes: Das gute Stück befindet sich gerade in der Werkstatt.

Aber Esterer musste natürlich mit. Schließlich ist er es, der die Tour nach Kalbe organisiert hat. Er führt die Mitglieder des Kasseler Jaguar-Oldtimerclubs direkt vor die Haustür von Dirk Dornblüth. „Wissen Sie“, sagt Esterer, „ich bin ein Uhrenfan. Und als solcher ist mir die Marke Dornblüth natürlich bekannt.“ Und auch seine Freunde geraten ob der Zeitmesser made in Kalbe ins Schwärmen. Schließlich handelt es sich sämtlichst um Unikate, die da in der Manufaktur an der Westpromenade entstehen. Und die Herren aus Kassel wissen diese Arbeit auch deshalb sehr zu schätzen, weil es sich bei den meisten von ihnen um Unternehmer aus dem Mittelstand handelt. Auch wenn das Gros bereits im Rentenalter ist. Doch wie fit Pensioäre wirken können, wenn sie denn gut gepflegt sind, das zeigen ja auch die beeindruckenden Nobelkarossen, die natürlich in Kalbe zum Erinnerungsfoto aufgestellt werden.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Männer aus Kassel schon eine ziemlich lange Reise hinter sich. Sie haben Mecklenburg-Vorpommern besucht, sich die Schönheiten der Müritz-Region angeschaut und sind nun in der Altmark angekommen, wo sie auch am Hause Dornblüth von einer der besagten Alleen begrüßt werden. Schließlich stehen rechts und links der Westpromenade ebenfalls große, alte Bäume, die nun ihren kühlen Schatten über die gepflegten Autos und ihre nicht minder gepflegten Fahrer werfen.

Der älteste Wagen übrigens ist ein Jaguar 3,8 E-Type, Baujahr 1960. Und nicht nur er fügt sich wunderbar ins Bild, als die Herren, deren Club es seit rund 25 Jahren gibt, wenig später in Richtung Letzlingen aufbrechen. Dort nämlich wird im Schlosshotel genächtigt. Das ist historisch wie die Pkw.

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