Odyssee mit der Telekom / Bisher kein Anschluss für Bianka Gauert und Heiko König aus Roxförde

„Es ist schön, dass Sie jetzt Druck abgebaut haben“

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Über die Odyssee mit der Telekom eines Paares aus der Altmark.

Roxförde. „Kein Anschluss unter dieser Nummer!“ Diese Aussage bekommt, wer Bianka Gauert und Heiko König in Roxförde per Telekom-Festnetz telefonisch erreichen möchte – und das schon seit fast einem Dreivierteljahr.

So lange haben sie nämlich bereits ihre neue Telefonnummer, aber immer noch keinen Anschluss. Am 29. Oktober soll die Odyssee, wie der Altmark-Zeitung auf Nachfrage bei der Telekom in Bonn versichert wurde, beendet sein, der Anschluss erstellt werden. Das allerdings glauben die beiden erst, wenn sie wirklich von Zuhause aus per Festnetz telefonieren können.

Bianka Gauert und Heiko König mit ihrer Telekomkorrespondenz. Sie hoffen weiter auf einen Festnetzanschluss, der am 29. Oktober nun auch kommen soll.

Bis 2012 hatte das Haus Nummer 51 in Roxförde einen Festnetzanschluss, der aber von dem Vorbesitzer abgemeldet wurde, erzählt Bianka Gauert. Schließlich wurde er nicht benötigt, da das Haus nicht bewohnt war. Das änderte sich, als sie und ihr Lebensgefährte es kauften. Im Zuge der Umbauarbeiten im vergangenen Jahr ließen sie den Hausanschluss vom Keller in den Flur hoch verlegen, und zwar von einem Monteur der Telekom. Und dieser stellte laut Heiko König fest, dass der Anschluss noch aktiv, die Nummer aber abgemeldet sei. Die Umbauarbeiten waren Ende 2013 beendet, so dass die Lebenspartner Anfang 2014 damit begannen, einen Telefonanschluss, wenn möglich – und heutzutage eigentlich auch normal – mit Internetanschluss, zu erhalten. Über ihren Mobilfunkanbieter Vodafone funktionierte es nicht, da dessen LTE-Mast in Klüden, wie mitgeteilt wurde, überlastet sei.

Bianka Gauert und Heiko König suchten einen neuen Anbieter, fanden ihn in der Telekom und gaben einen DSL-Anschluss in Auftrag. Die Bestellung wurde auch am 18. März dieses Jahres bestätigt, inklusive Telefonnummer, Telefonbucheintrag und Auflistung aller Kosten. Es wurden zudem die Kontodaten abgefragt und wiederum bestätigt. Dann tat sich nichts mehr.

Am 21. Juli stellten die beiden Roxförder, die auch beruflich auf einen Internetzugang angewiesen sind – sie hat des Öfteren Rufbereitschaft, er erhält eigentlich seine Aufträge per Mail oder Fax –, einen erneuten Antrag bei der Telekom. Dazu gabs am 24. Juli eine „Zwischeninformation“: „Die von Ihnen gewünschten Leistungen sollen am vereinbarten Standort bereitgestellt werden ... Da wir derzeit noch die technischen Möglichkeiten in Ihrem Anschlussbereich erweitern, können wir Ihren Auftrag voraussichtlich erst am 05. 09. 2104 ausführen.“ Dieses Datum sei aber noch nicht der endgültige Termin. Am 17. August kam die Bestätigung noch einmal per SMS, erzählt Heiko König. Am 28. August dankte die Telekom wiederum per SMS für das Vertrauen und wünschte viel Spaß. Da habe er sich dann doch veräppelt gefühlt. Das große Problem, so Heiko König: Man lande immer bei einem anderen Mitarbeiter im Callcenter, man müsse immer wieder von Neuem das Problem erläutern und geholfen werde einem nicht. Am 2. September teilte die Telekom dann mit, dass DSL nicht möglich sei, weil die technischen Gegebenheiten fehlen. „Dabei spielen Leitungsart, Leitungslänge und die im gleichen Kabel geführten Anschlüsse sowie ein freier Port eine entscheidende Rolle.“ Das aber sieht Heiko König anders, der den Telekomverteilerkasten genau neben seinem Hoftor zu stehen hat. Roxförde sei komplett per Glasfaserkabel angeschlossen, wie ihm auch die Stadt bestätigt habe. Und freie Ports müssen auch vorhanden sein, da er allein vier Haushalte an seiner Straße weiß, die von der Telekom zu anderen Anbietern gewechselt sind. Als Alternative bot die Telekom eine mobile Surf-Karte fürs Internet an, die auch geliefert wurde, die aber für den vorhanden PC nutzlos ist. Was das Fass dann zum Überlaufen brachte, war ein Info-Schreiben über die Möglichkeit der Online-Rechnung. Bianka Gauert rief wieder im Callcenter an und machte ihrem Herzen Luft. Die Reaktion des Mitarbeiters, so erzählt sie immer noch geschockt: „Es ist schön, dass Sie jetzt Druck abgebaut haben. Nun können Sie hoffentlich wieder besser schlafen.“ Dann habe er einfach aufgelegt.

Von DSL haben sich die beiden mittlerweile erst einmal verabschiedet. Stattdessen stellten sie am 10. September einen Antrag auf einen ganz normalen Festnetzanschluss, der zwar auch wieder bestätigt wurde, aber wieder ohne Termin: „Zurzeit klären wir, bis zu welchem Termin alle technischen Ressourcen zur Ausführung Ihres Auftrages vorhanden sind. Sobald das Ergebnis feststeht, erhalten Sie weitere Nachrichten.“

Die kamen bis heute nicht. Deshalb wandten sich Bianka Gauert und Heiko König („Wir leben im 21. Jahrhundert. Hartz IV-Empfänger klagen auf Internet und wir kriegen nicht mal einen normalen Telefonanschluss“) an die Altmark-Zeitung, die an das Beschwerdemanagement der Kundenzentrale der Telekom in Bonn verwiesen wurde. Eine Mitarbeiterin dort nahm sich der Sache an und teilte bereits einen Tag später der AZ mit, dass die Kundin am 29. Oktober ihren Anschluss erhält. Die Auftragsbestätigung gehe sofort raus und die Hardware sei unterwegs. Internet sei nur über Funk möglich.

Davon wurde Bianka Gauert auch per SMS unterrichtet. Die Altmark-Zeitung bleibt dran.

Von Elke Weisbach

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