Cindy-Yvonne Neu züchtet Achatinas

Schnecken bei den Spatzen in Kloster Neuendorfs Kita

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Cindy-Yvonne Neu züchtet Riesenschnecken. Einige leben bei den „Klosterspatzen“. Darüber freuen sich die Kinder, wie Maximilian Peters, der „Sonne“ hält.

Kloster Neuendorf – Langsam kriecht die hellgelbe Achatschnecke mit braun gemustertem Gehäuse in ihrem Terrarium vorwärts. Neben ihr bewegen sich kleinere afrikanische Riesenschnecken fort. Sie werden in wenigen Monaten genauso groß werden.

Und zwar fast handtellergroß, erzählt Cindy-Yvonne Neu.

Sie züchtet seit über zehn Jahren die aus Afrika stammenden Tiere. Fasziniert haben sie Schnecken aber schon immer, erzählt die Bismarkerin. Sie erinnert sich daran, dass sie als Kind bereits Schnecken aus dem Garten aufgesammelt und in Gläsern gehalten halt.

Damals dachte sie aber noch nicht daran, Achatschnecken zu züchten. Das änderte sich mit einem Beitrag im Fernsehen über die Riesenschnecken. Die haben sie interessiert. Also hat sich Cindy-Yvonne Neu mehr über die Tiere informiert, stieß schließlich auf die Universität in Konstanz. Dort schrieb ein Student seine Bachelorarbeit über Achatschnecken, die in der Universität gehalten wurden. Weil es zu viele waren, wurden Cindy-Yvonne Neu welche verkauft.

Das waren sogenannte Achatina Fulica. „Anfängerschnecken“, schmunzelt die Züchterin über ihre „Ersten“. Die Drei hatten sogar Namen, ihre jetzigen elf Achatschnecken nicht mehr, weil „sie kaum auseinanderzuhalten sind“.

Dafür haben die Tiere Kosenamen, wie „Sonne“. So nennt Cindy-Yvonne Neu manchmal die handtellergroße teilalbinotische Achatina Reticulata mit dem weißen Körper und farbigem Gehäuse. Die Schnecke lebt mit ihren kleineren Artgenossen in dem Terrarium in der Kindertagesstätte „Klosterspatzen“. Seit Oktober hält Kita-Leiterin Cindy-Yvonne Neu dort einen Teil ihrer afrikanischen Riesenschnecken.

Für eine Kita seien die Tiere gut geeignet, denn sie haben keine Federn, kein Fell, „bellen nicht, mauzen nicht und müssen nicht Gassi“, so die Züchterin. Die Mädchen sowie Jungen finden das ganz toll, erzählt sie. Die Eltern wollten zunächst nicht glauben, dass es in der Einrichtung Riesenschnecken gibt, erinnert sich Cindy-Yvonne Neu. Viele dachten, „ihre Kinder wollen sie veräppeln“. Bis die Eltern die Tiere dann selbst sahen. „Und sie finden es auch gut, dass die Kita die Schnecken hat“, weiß die Leiterin.

So lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen. Die Kinder, die möchten, können die bis zu acht Jahre alt werdenden Schnecken anfassen, füttern oder säubern. Manche bringen Futter mit. Besonders gerne werden Gurken, Joghurt, gekochte Eier oder Nudeln gefressen, erzählt Cindy-Yvonne Neu, während sie ihre „Sonne“ vorsichtig aus dem Terrarium herausnimmt. Sofort hören einige der Kinder auf zu spielen und fragen, ob sie die nachaktive Achatschnecke halten dürfen.

„Oh, wie süß“, rufen sie, als „Sonne“ auf der Hand von Maximilian Peters ihre Fühler mit den Augen ausstreckt. „Sie kennt den Kontakt mit Menschen“, erklärt Cindy-Yvonne Neu, verkriecht sich deswegen nicht in ihrem Gehäuse. Aus dem kommt die Achatschnecke auch gerne heraus, wenn sie gebadet wird.

„Das findet sie ganz toll“, erzählt Cindy-Yvonne Neu, während sie Wasser ins Waschbecken laufen lässt. Als die Bismarkerin die Schnecke hineinsetzt, hebt „Sonne“ majestätisch ihren Körper an, streckt die Fühler ganz aus. Ein Zeichen, dass sie sich wohlfühlt, erklärt die Kita-Leiterin, die sich vor kurzem noch eine weitere Riesenschneckenart zugelegt hat. Sechs vollalbinotische Achatina Rodatzi, die erst im Januar aus ihren Eiern und schon mit Gehäuse geschlüpft sind.

Außerdem möchte sie wieder ihre „Anfängerschnecken“ haben. Momentan züchtet sie nur Achatina Reticulata, erzählt Cindy-Yvonne Neu mit Blick auf die badende „Sonne“. Die Art züchtet sie auch erst seit zwei Jahren. Es war schwierig, die Achatina Reticulata nachzuzüchten.

Damit es nicht zu viele Schnecken werden – jedes Tier legt bis zu 300 Eier – und um die Schnecken artgerecht halten zu können, verkauft die Bismarkerin Tiere oder gibt sie ab, erzählt sie, während sie ihre „Sonne“ wieder ins Terrarium setzt. Dort kriecht die Schnecke langsam weiter, gesellt sich zu ihren Artgenossen, die eine Scheibe Gurke fressen und von den Kindern dabei neugierig beobachtet werden.

VON INA TSCHAKYROW

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