„Es schmeckt besser“

Regionalmarkt in Gardelegen jeden Sonnabend mit Erzeugnissen aus dem Garten

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Kohl, Petersilie, Dill, gelbe oder grüne Bohnen – Peter Giggel (links) bietet verschiedenes Gemüse und Obst an und die Kunden stehen Schlange.

Gardelegen. „Das Obst und Gemüse ist frisch und aus der Region“, sagt Ellen Berlin, während die Gardelegenerin in einer langen Reihe ansteht, um sich Obst sowie Gemüse zu kaufen.

Und zwar bei Peter Giggel aus Berge, der je nach Saison sowie Wetter jeden Sonnabend an der Gardelegener Ernst-Thälmann-Straße steht. Dort verkauft er, wie auch einige andere Hobby- und Kleingärtner, die rund um den Rathausplatz von 8 bis 12 Uhr ihre Stände aufgebaut haben, verschiedene Waren.

Diese müssen laut Stadt-Mitarbeiterin Gabriela Winkelmann von Kleinsterzeugern aus der Urproduktion sein, also rohe Naturerzeugnisse aus dem Garten. Das können neben Äpfeln, Birnen, Himbeeren, Gurken, Tomaten, Bohnen, Kartoffeln, Paprika oder Kräutern auch Rosen und andere Blumen sein – eben das, „was Hobbygärtner vielleicht über haben“, so Gabriela Winkelmann. Diese können sich dann auf den Rathausplatz „einfach hinstellen“, fügt die Stadtmitarbeiterin hinzu, denn es gibt keine Standgebühren, aber Kontrollen.

Der Regionalmarkt, den es schon länger gibt, soll nun ausgeweitet werden, was auch ein Ergebnis der Umfrage zum Wochenmarkt ist. Demnach wünschen sich die Marktbesucher ein solches Angebot am Sonnabend. Denn einige, wie Regina Friedrichs, können dienstags und donnerstags, wenn der Wochenmarkt stattfindet, nicht vorbeikommen, weil sie arbeiten. Deswegen ist die Gardelegenerin auch „jeden Sonnabend da, denn hier weiß ich, wo es angebaut wird“. Unter anderem bei Peter Giggel, der bereits seit acht Jahren seinen Stand auf dem Regionalmarkt hat. Angefangen hat alles mit Spargel, davon hatte er zu viel. Sein Bekannter Fritz Henning Schröder habe schließlich gesagt, „ich soll hier herkommen und verkaufen“. Dann „wurde es immer mehr“. Die Kunden fragten nach anderem Gemüse sowie Obst, sodass der Berger nach und nach auch Bohnen, Gurken, Tomaten sowie weitere Naturerzeugnisse verkaufte. Das Angebot kommt bei den Kunden sehr gut an, „es ist ein gutes Gefühl“, wenn sich die Menschen über das Gemüse und Obst freuen. Das liegt für ihn auch daran, dass das „alles frische Waren“ sind. Dafür steht Peter Giggel sonnabends auch schon mal um 5 Uhr morgens auf, um den Salat zu schneiden. Das restliche Gemüse wird am Abend zuvor geerntet, „immer so, wie man es schafft“.

Dass alles selbst angebaut wird, ist für Ellen Berlin auch ein wichtiger Grund auf den Regionalmarkt zu gehen. Zudem „schmeckt es besser“, das Obst und Gemüse erinnert die Gardelegenerin „an die Kindheit“. Zudem sei es für sie „entscheidend“ zu wissen, „wo es herkommt“. Das ist auch für den Gardelegener Holger Reichardt wichtig. Laut ihm wisse man bei den Waren, was man isst oder „wo die Hühner herumlaufen“. Es sei eine „klare Sache“ auf dem Markt Obst und Gemüse einzukaufen, so stellt auch er sich in die lange Reihe vor dem Stand und wartet, bis er seinen Einkauf erledigen kann.

Von Ina Tschakyrow

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